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Artikel mit dem Tag „Webslice”

Webslices und Webchunks

Eine der von Microsoft gross beworbenen Neuerungen des Internet Explorer 8 wird die Unterstützung von Webslices sein.

Webslices ähneln einem RSS-Feed darin, dass sie dem IE-Benutzer erlauben, Inhalte aus einer Internetseite herauszulösen und sie bequem über die Lesezeichenliste zugänglich zu machen. Das entsprechende „Bookmark” erscheint ausserdem fett gedruckt, wenn sich der Inhalt des Webslice geändert hat.

Konzeptionell ist das nichts besonders neues, der Grundgedanke ähnelt RSS-Feeds und die Umsetzung entspricht letztlich einem von Microsoft definierten Microformat mit den drei Bezeichnungen hslice, entry-title und entry-content.

<div class="hslice"> <h2 class="entry-title">Aktuelle Meldungen</h2> <ul class="entry-content"> <li></li> <li></li> </ul> </div>
Beispiel 1: Der Inhalt der gesamten Liste kann in einem Webslice mit dem Titel „Aktuelle Meldungen” dargestellt werden.
<div class="hslice"> <h2 class="entry-title">Aktuelle Meldungen</h2> <h3 class="entry-content"></h3> <p><p> <h3 class="entry-content"></h3> <p></p> </div>
Beispiel 2: Hier werden nur die Artikelüberschriften, nicht jedoch die Artikeltexte im Webslice auftauchen.

Allerdings ist die Integration der Inhalte im IE 8 deutlich hübscher lösbar, als mit der rudimentären RSS-Unterstützung, die etwa Live-Bookmarks bieten. Somit könnten sich neue Anwendungsgebiete eröffnen, von Microsoft wird gerne die Verfolgung von Auktionen bei eBay als Beispiel angegeben.

Das klingt alles ganz einfach, hat aber einen kleinen Nachteil: Erstellt man Webslices mit dieser simplen Methode, gestaltet sich ihr Layout einigermassen schwierig. Im Vorschaufenster wird um die entry-content-Elemente einfach ein <body></body> gelegt, auf den die gleichen CSS-Selektoren zutreffen, wie auf den eigentlichen Body der Ursprungswebsite. Ist dort beispielsweise eine Hintergrundfarbe angeben, die der Farbe der h3-Überschriften im Webslice-Container entspricht, hat man das klassische Problem des schwarzen Adlers auf schwarzem Grund.

Aber Microsoft wäre nicht Microsoft, wenn sie dafür nicht eine typische Lösung parat hätten: Man möge seinem „richtigen” Body doch bitte eine ID oder Klasse zuweisen und ihn dann darüber ansprechen â€¦

Das halte ich aus semantischen Gründen nur für begrenzt sinnvoll und so habe ich mich bei meinen Experimenten mit einem Selektor, der die ID eines übergeordneten ausserhalb des Webslice liegenden Containers enthält, beholfen. So ist nun die Rubrik „Aktuelles” aus der Navigationsspalte auch als Webslice zu haben.

Wer sich das Ganze mal anschauen mag, braucht aber nicht unbedingt den IE 8 zu installieren, die Webchunks-Erweiterung rüstet eine Websliceunterstützung für den Firefox nach. Die Erweiterung ist noch nicht ganz ausgreift, inkompatibel zur All-in-One-Sidebar-Erweiterung und legt die Slice-Links in einer separaten Toolbar statt zu den Lesezeichen ab, aber für einen ersten Eindruck der Möglichkeiten reicht’s.

Mit einem selbst zu schreibenden Greasemonkey-Script ist es ausserdem möglich, von jeder beliebige Seite Webslices für den Firefox zu erstellen.

Update (02.09.2008):

Webchunks scheint mit der Angabe einer spezifischen Vorschauseite nicht klarzukommen. Daher benutzt Webchunks hier im Blog die wie oben beschrieben eingebetteten Webslice-Informationen, während der IE 8 im Vorschaufenster richtigerweise die per

<a rel="entry-content" href="http://zappsblog.de/ws/" >Webslice</a>

eingebundene Alternativseite zeigt.

Durch die Angabe einer Alternativseite eröffnet sich die komplette Palette an CSS-Gestaltungsmöglichkeiten für die Webslice-Vorschau, worauf Firefox-Benutzer momentan wohl leider verzichten müssen.