SPON - Zapps Blog

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Artikel mit dem Tag „SPON”

Treffend

Gerade in den Kommentaren beim Niggemeier gelesen:

Ohne Zweifel der bislang dämlichste Artikel auf Spon seit gestern.

Hat mich doch zum Schmunzeln gebracht.

Die Schweiz vor dem Bankrott?

Das könnte man fast annehmen, wenn man Spiegel online liest:
„Der Finanzplatz Schweiz wird bluten“

Zu diesem Artikel hätte ich ein paar Zusatzinformationen:

  • Allein durch den langfristig geplanten Verkauf von 37 Tonnen Gold aus den staatlichen Goldreserven werden bis September 2009 bei aktuellem Goldpreis um die 1 Mrd. US-Dollar in die Schweizer Staatskasse fliessen.

    Und dann wären da noch 1000 Tonnen Gold im Tresor der Nationalbank, die dank der Bankenkrise stetig im Wert steigen. Sollte es tatsächlich zu einer Staatskrise kommen, wovon ich nicht ausgehe, besteht also ein erheblicher Spielraum

  • Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern betrug der Überschuss des Schweizer Bundeshaushaltes im letzten Jahr 4 Mrd. Franken. Ein Zeichen für schlechte Finanzpolitik?

  • Tatsächlich wird das eidgenössische Finanzministerium momentan kommissarisch von der Justizministerin geleitet, die dafür auf einer ausserordentlichen Bundesratssitzung von anderen Aufgaben entbunden wurde.

    Allerdings war Frau Widmer-Schlumpf vor ihrer Wahl in den Bundesrat neun Jahre lang Finanzministerin des Kantons Graubünden und die letzten sechs Jahre Präsidentin der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren. Ihr Sachverstand in Finanzangelegenheiten ist unbestritten.

  • Hinter dem, was der Autor bei Spiegel online leichthin als „Kreislaufkollaps“ beschreibt, verbergen sich Herzstillstand, künstliches Koma und Notoperation mit fünf Bypässen. Natürlich befindet sich Bundesrat Merz momentan in der Reha.

Sicher wird die Bankenkrise nicht spurlos an der Schweiz vorbeigehen, von einem Staatsbankrott und miserablem Krisenmanagement kann meiner Meinung nach aber keine Rede sein.

Gehacktes bei Spiegel online

Wenn ich am LHC forschen würde, wüsste ich nicht, ob ich mich über die Medien amüsieren oder grün und blau ärgern sollte.

An „Gottesteilchen“, „Urknall-Maschine“ und ähnlichen Quark hätte ich mich bestimmt mittlerweile gewöhnt, aber wie reagiert man angemessen auf den neusten Coup Deutschlands beliebtester Boulevard-Internetseite?

Hacker knacken Teilchenbeschleuniger LHC. Gefahr für das weltgrößte Experiment? Medienberichten zufolge haben sich Computerhacker Zugriff zum Betriebssystem des Teilchenbeschleunigers LHC verschafft.

Spiegel online (Screenshot vom 13.09.)

Wenn man diesen Bericht aus dem Spiegel-Wissenschaftsressort(!) mit der entsprechenden Heise-Meldung vergleicht, kann man sich bloss fragen, ob die beim Spiegel wirklich so doof oder einfach nur unverantwortlich sind.

Ich glaube, ich würde mich für das Ärgern entscheiden.

Update (14.09.2008):

Der Angestellte mit funktionierendem Bullshit-Detektor muss den Dienst angetreten haben, mittlerweile hat auch bei Spiegel online das Wörtchen Website den Weg in den Artikel gefunden. Die Stellungnahme des CERNs zum Vorfall fehlt aber immer noch.

Kurze Richtigstellung

Bevor ich mich gleich zum Public Viewing und dem EM-Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien aufmache, noch eine kurze Richtigstellung.

Wenn Spiegel Online schreibt:

Ob beabsichtigt oder nicht, ganz im Stil der idyllischen Ferienkulisse gestaltet sich auch die Berichterstattung, mit der das Alpenvolk auf das große Turnier eingestimmt wird. Wohlfühlen ist angesagt, Kontroverses nicht, beziehungsweise nicht mehr.

scheint der zuständige Redakteur die NZZ, die er später auch zitiert, nicht besonders aufmerksam verfolgt zu haben.

Dort wurde nämlich gestern schon das Vorrunden-Aus der Nati verkündet:

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft wird – man mag das höchst bedauerlich finden – aller Voraussicht nach am 15. Juni, nach den drei Vorrundenspielen, die Segel streichen. [...]

Schwerer als die motivatorischen und physischen Probleme in Angriff und Abwehr wiegt aber die bis jetzt nicht erkennbare taktische Ausrichtung des Teams. [...]

Das Schweizer Spiel wird in der – vielleicht auch noch regennassen â€“ Sackgasse enden.

Das klingt für mich nicht besonders nach überall fehlender Kontroverse.

Natürlich ist dieser Kommentar momentan eher die Ausnahme, aber vor einem Eröffnungsspiel würden wohl auch nur die Deutschen gross angelegt über die eigene Mannschaft herziehen. ;-)

Ausserdem steht der künftige Fussball-Europameister eh schon fest: Österreich

Den ganzen Film gibt es erfreulicherweise auch online.

SPON ist die Jugend wohl nicht schlimm genug

„Der Umgang mit Hardcore-Porno-Filmchen, die auf Teenager-Handys kursieren, trägt in der Schweiz erste Früchte: Einem Bericht zufolge gehen Jugendliche heutzutage lieber ins Bordell als ins Kino oder in die Eisdiele.”

So leitet Spiegel Online den Artikel Minderjährige Freier - Teenager gehen gern ins Bordell ein, in dem sich die Autoren auf einen Bericht in der heutigen Ausgabe der Schweizer 20minuten beziehen. Wo sie in dem betreffenden Artikel (Trend: Teenager als Bordellgäste) die Aussage gefunden haben, dass Jugendliche mittlerweile lieber ins Bordell als ins Kino gehen, ist mir allerdings schleierhaft.

Vielmehr findet sich in der Schweizer Gratiszeitung ein paar Seiten hinter dem Bordell-Artikel folgendes: Neun von zehn Jugendlichen gehen sehr gerne ins Kino.

Da drängt sich doch nun die Schlussfolgerung auf, dass in der Welt von Spiegel Online zehn von zehn Jugendliche gerne in den Puff gehen.

Schade, dass ein durchaus interessantes Thema («Oft verlangen sie Praktiken, wie man sie aus den Internet- und Handy-Pornos kennt, die unter den Jugendlichen kursieren.») unbedingt auch noch billig aufgebauscht werden muss.

Hund beisst Mann

Eigentlich hatte ich mir ja nach diesem Beitrag vorgenommen, mich über gar nichts mehr bei Spiegel online zu wundern, erst recht nichts mehr darüber zu schreiben und ausserdem den SPON-Feed aus dem Feedreader zu schmeissen. Aber wie das so ist: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

So kam ich heute doch noch in den Genuss der Nachricht des Tages: Gummiball verschluckt: US-Talkshow-Queen weint um toten Hund.

Welch ein relevantes Thema, und so knallhart nachrecherchiert.
*Mit dem Kopf auf die Tischplatte schlag.*

Wieso kommt mir jetzt eigentlich spontan der Beitrag Was Sonntagsredner werktags machen aus dem Niggeblog in den Sinn?

Das Bolton-Interview – eine Nachbetrachtung

Im Beitrag Schwere Zeiten für die BBC hatte ich über ein Radiointerview mit John Bolton geschrieben, in dem der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen den Reporter angeblich als Linksradikalen mit einem leeren Hirn bezeichnet hat.

Mittlerweile ist das Interview auch im Netz zu finden (1) und es bestätigt sich einmal mehr, dass man bei Nacherzählungen von Ereignissen vorsichtig sein muss. Während der ehemalige US-Diplomat sicher einige sehr zweifelhafte Positionen bezieht (2) und schon öfter recht seltsame Interviews gegeben hat, sind einige seiner persönlichen Anmerkungen aus der Situation heraus fast verständlich. Zur schlagzeilenträchtigen Aussage vom "leeren Hirn" kam es beispielsweise, nachdem der BBC-Reporter meinte, er sei weder links noch rechts noch liberal, woraufhin Bolton scherzhaft anmerkte, dann hätter er ja gar keine eigene Meinung, sein Hirn sei somit wohl vollständig leer.

Ohne John Bolton und insbesondere seine Ansichten zur Iran- und Irakpolitik verteidigen zu wollen, muss man fairerweise sagen, dass der Spiegel-online-Artikel das Gespräch nur unzureichend wiedergibt. Zumindest verstehe ich unter "Ausrasten" etwas anderes, einen wutschnaubenden, mit den Beinen aufstampfenden und zur Gewalttätigkeit neigenden US-Diplomaten bekam man jedenfalls nicht zu hören. Ob hier wohl die Wahrheit etwas zu Gunsten einer griffigen Schlagzeile verbogen wurde?

Wenn bei unseren Politikern das Herz ähnlich auf der Zunge liegen würde, wie bei Herrn Bolton, hätte die Politik auf jeden Fall einen höheren Unterhaltungswert und wäre eventuell sogar ein Stück ehrlicher.

  • 1) Mp3 bei littlegreenfootballs.com (zeitweise schlecht zu erreichen), Real-Media-Stream bei der BBC
  • 2) So wirft er beispielsweise als Aussenstehender den britischen UN-Delegierten vor, sie hätten nicht die Position ihrer eigenen Regierung vertreten und meint, dass das Desaster im Irak nicht gegen den Einsatz von Gewalt gegen den Iran spricht.

A propos Qualitätsjournalismus

Heute im Feedreader:

Kriminalität: Die miesen Tricks der Internet-Banditen

Ich frage mich ja, warum der so verlinkte Artikel eine ganz andere Überschrift trägt. War diese dem zuständigen Redakteur doch zu peinlich?

Das abgehängte Prekariat

Könnte mir mal bitte jemand diesen SPON-Artikel erklären?

Irgendwie geht es darin um eine Studie, in der die Einstellung der "neuen Unterschicht" untersucht wurde. Nur wird die Studie nicht verlinkt und Zahlen aus ihr werden auch nicht präsentiert. Es scheint sich vielmehr um die subjektive Zusammenfassung eines Professors zu halten, vom Spiegel-online-Team mit einem hübschen Bild von einem Arschgeweih Tattoo am unteren Rücken garniert.

Mal ein kleiner Ausschnitt:

Und dass die unzweifelhaft bedrückende soziale Lage der Prekarisierten in diesem Land bemerkenswert geringe altruistische oder solidarische Zuwendungen hervorruft, hat gewiss mit eben dieser subjektiven, lebensstilistischen Seite des Problems zu tun.

Der Satz hat mir so gut gefallen, dass ich ihn gleich mehrfach gelesen habe. Wenn sich wenigstens irgendwo Hintergrundinfos oder harte Fakten finden lassen würden ...

Ich geh jetzt erst mal zur Wikipedia und schau nach, was "Prekariat" überhaupt bedeutet.