Artikel mit dem Tag „Google”
Google Chrome Beta
Momentan schreibt ja jeder was zu Googles neuem Browser, erstaunlich viele Kommentare sind sogar schon vor seiner Veröffentlichung erschienen. Die Marketingmasche des Suchmaschinengiganten scheint also voll aufzugehen, ähnlichen Wirbel machen sonst nur Produktankündigungen aus dem Hause Apple.
Da ich meine Gedanken zur neusten IE-Alternative für eine andere Seite schon mal zusammengefasst habe, hier nun auch mein Beitrag zum Chrome-Hype.
Erster Eindruck
Chrome wirkt aufgeräumt, die nur bei Bedarf eingeblendete Statusleiste spart Platz. Dafür lässt sich sein Layout momentan überhaupt nicht an eigene Wünsche anpassen. Wenn ich wollte, könnte ich z.B. Firefox auch entsprechend abrüsten, aber Chrome kann ich nicht aufrüsten.
Dass sich Chrome ungefragt und ohne dass man Einfluss darauf nehmen könnte unter
C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername\Lokale Einstellungen\
Anwendungsdaten\Google\Chrome\
installiert und damit geschickt die Benutzerrechte zur Installation neuer Programme aushebelt, passt ins unflexible Bild.
Der Google-Browser startet sauschnell, was ich aber nicht überbewerten mag. Der Browser wird schliesslich nur einmal gestartet und läuft dann stundenlang, da kommt es IMHO beim Start nicht auf jede Sekunde an. Ähnliches gilt für die Surfgeschwindigkeit, Chrome ist zweifellos schnell, aber mir sind bislang die anderen Browser auch nicht als übermässig langsam aufgefallen. Das WOW-Erlebnis ist bei mir jedenfalls ausgeblieben. Aber das war es auch schon, als Steve Jobs damals Safari zur Rakete unter den Browsern erklärte. ;-)
Schön ist, dass er wegen des WebKit-Unterbaus erwartungsgemäss solide arbeitet. Keine Probleme mit Seiten bislang und die Standardkonformität scheint in Ordnung zu sein. Ich wundere mich allerdings, dass Google die Marketinggelegenheit eines bestandenen Acid3-Tests ausgelassen hat. Da sind seine nahen Verwandten Safari 4 und WebKit Nightly schon weiter. Aber jeder weitere standardkonforme Browser, der vielleicht dem IE 6 (und 7) Marktanteile wegnehmen kann, ist schon mal positiv. Konzeptionell ist die Abschottung der Tabs voneinander eine gute Idee, auf die Microsoft im IE 8 ja auch schon gekommen ist. So reisst ein mieses Javascript nicht mehr den ganzen Browser in den Tod.
Schwächen sehe ich bei der Personalisierung. Ich finde die Tabs ganz oben ungünstig, da ich eher zwischen Tabs umschalte, als etwas in die Adresszeile eingebe. Chrome gibt mir keine Möglichkeit ihre Position zu ändern. Natürlich fehlen auch die ganzen Erweiterungen, die z.B. Firefox bietet und für mich unverzichtbar sind: AdBlock, Greasemonkey, NoScript, WebDeveloper etc.
Auch die individuelle Anpassung von Webseiten scheint Chrome (noch?) nicht zu unterstützen. Kein User-JavaScript oder User-Stylesheet, wie es Firefox oder Opera kennen, und die es mit etwas Hintergrundwissen ermöglichen, sich seine Stammseiten den eigenen Wünschen gemäss zu gestalten.
Die RSS-Unterstützung ist ebenfalls momentan sehr rudimentär bis nicht vorhanden. Chrome fragt ja nicht mal nach, was er machen soll, wenn er auf einen RSS-Feed trifft, Google sollte/wird hier sicher eine direkte Verbindung zum Google-Reader schaffen.
Ganz negativ ist natürlich die Tatsache, dass in Chrome eine individuelle Benutzer-ID steckt (daher wohl auch die individuelle Installation für jeden Benutzer), die es Google ermöglicht, die Surfgewohnheiten noch besser zu erforschen. Die Datenschutzerklärung überzeugt mich auch nicht richtig und es stellt sich schon die Frage, ob man einer Firma wirklich sein gesamtes Netznutzungsverhalten hinterherwerfen sollte. Das muss aber jeder für sich entscheiden.
Fazit
Chrome sieht nett und schnell aus, hat aber zumindest in der aktuellen Beta Schwächen im Detail und auch bei der Sicherheit.
Für mich ist er schon allein wegen der mangelnden Anpassungsfähigkeit und ganz abgesehen von eventuellen Datenschutzbedenken momentan keine Alternative zu Firefox und Opera.
Links zum Artikel "Google Chrome Beta":
Google: Alle Eier in einem Korb
Was passiert, wenn man sein digitales Leben zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht, konnte man heute in weiten Teilen des deutschen Internets beobachten: Google war tot und die Deutsche Telekom weist die hartnäckigen Gerüchte zurück, sie wäre daran schuld gewesen.
Für die Leute, die Mails mit Google Mail schreiben, mit Google Maps navigieren, ihre Seitenstatistiken mit Google Analytics erstellen, die Textverarbeitung eingemottet haben und stattdessen Google Docs verwenden, Newsfeeds mit dem Google Reader verwalten und ohne die im Browser eingebaute Google-Suche aufgeschmissen sind, muss der Nachmittag die Hölle gewesen sein.
Für mich nicht. :-)
Links zum Artikel "Google: Alle Eier in einem Korb":
Wordpress-SEO für Einsteiger
Ein bisschen war ich ja schon überrascht, als Google bereits zwei Stunden nach der Veröffentlichung meines Gammelfleisch-Artikels damit anfing, mir fleissig Besucher zu vermitteln. Allerdings scheint Google generell einen Zahn zugelegt zu haben, was die Indizierung angeht, sodass bei Rivva sogar schon fast die Technorati-Dämmerung heranziehen gesehen wurde.
Der Leserzustrom zu meinem Blog erklärte sich durch den guten 7. Platz, den der Artikel bei Google mit der Suchphrase „k3 fleisch” errungen hatte. Leider verlinkte die Suchmaschine aber die Hauptseite des Blogs und nicht den Artikel. In einigen Tagen würde der Beitrag so also nicht mehr zu finden sein.
Daher habe ich mit dem Wordpress-Plugin Google Sitemaps eine neue Sitemap erzeugt, in der die Hauptseite schwächer gewichtet wird als die Artikelseite (Priority 0.8 gegenüber 1). Nach der Einreichung der neuen Sitemap über die Webmaster-Tools reagierte die Suchmaschine prompt und als angenehmer Nebeneffekt errang der Blogeintrag nun Position 1 unter den Suchergebnissen. Hierbei wird wohl das Vorkommen der Suchphrase im Titel der Seite eine Rolle gespielt haben.
Gleichzeitig hat Google aber auch einen Link zum Kommentarfeed aufgelistet. Als erste Gegenmassnahme bekamen alle Links zu Kommentarfeeds ein rel="nofollow" verpasst. Leider brachte diese Massnahme überhaupt nichts, die Feeds wurden weiterhin indiziert. Daher bestand nun der nächste Schritt darin, Suchmaschinen per robots.txt von den Kommentarfeeds fernzuhalten. Aufgrund der Struktur meiner Permalinks lautet der entsprechende Eintrag für mein Blog:
User-agent: *
Disallow: /*/*/*/*/feed/
Hierauf reagierte schliesslich auch der grosse Bruder aus Mountain View und ersetzte den Feed in den Suchergebnissen durch einen Verweis auf die Hauptseite des Blogs.
Linktechnisch war ich nun zufrieden, aber irgendwie störten mich noch die nichtssagenden Beschreibungen, die von Google zur Erläuterung der Treffer verwendet wurden. Abhilfe schafft hoffentlich das Plugin wpSEO, welches für jeden Wordpress-Artikel dynamisch eine eigene Description-Metaangabe generieren kann. Da der Gammelfleisch-Artikel durch den Googlebot noch nicht wieder eingelesen wurde, hat sich diese Änderung aber noch nicht auf die Suchergebnisse durchgeschlagen.
Als Ergebnis meiner Spielereien mit Google hier die Einstiegstipps zur Suchmaschinenoptimierung:
- Eine Sitemap erstellen, bei der die Artikel stärker gewichtet werden als die Hauptseite. (Google-Sitemaps-Plugin)
- Die Kommentarfeeds per robots.txt von der Indizierung ausschliessen. (SelfHTML)
- Gegebenenfalls dynamisch passende Description-Metatags erstellen lassen. (wpSEO-Plugin)
Mittlerweile hat übrigens eine schnöde Agenturmeldung bei einigen Google-Datacentern meinen Blogeintrag bereits wieder vom Spitzenplatz verdrängt. Sic transit gloria mundi.
Links zum Artikel "Wordpress-SEO für Einsteiger":
Dezenter Hinweis aus der Industrie
Als grossgewachsener Mensch gewöhnt man sich ja irgendwann an die Probleme beim Klamottenkauf: Ärmel und Hosenbeine sind grundsätzlich zu kurz und bei der Bauchumhüllung gibt es regelmässig nur die Wahl zwischen Sack und Presswurstpelle.
Dass nun aber auch noch die Produktion meiner Lieblingsjeans in der von mir benötigten Weiten/Längen-Kombination eingestellt wurde, kann ich nur als dezenten Hinweis auf die Notwendigkeit einer Diät verstehen. Oder ist es vielleicht doch ein Aufruf zur Selbstverstümmelung? Bei kürzeren Beinlängen gehen die Bundweiten schliesslich wieder bis zum Fassformat.
Liebe Planer von Levi's: Sagt mir doch bitte das nächste Mal vorher Bescheid, dann kaufe ich euch eine Monatsproduktion ab und mache damit über die folgenden Jahre ein Vermögen bei Ebay.
PS: Über die Firmenhomepage von Levi's, von der ich mir irrigerweise sachdienliche Informationen erhofft hatte, könnte man sich auch hervorragend aufregen. Kein Wunder, dass sie bei einer Google-Suche nach "Levis Deutschland" gar nicht auf der ersten Ergebnisseite auftaucht und selbst bei der Suche allein nach dem Markennamen noch locker von einem polnischen Geschäftsmann geschlagen wird.
Links zum Artikel "Dezenter Hinweis aus der Industrie":
Enteignung mittels DRM?
Kauft man einen Film auf DVD, hat man die Sicherheit, ihn auch in Zukunft beliebig oft anschauen zu können. Die einzige Limitierung besteht in der Haltbarkeit des Mediums, die man theoretisch durch einfaches Umkopieren der digitalen Inhalte umgehen kann (1).
Ganz anders sieht es aus, wenn man Filme nicht physisch auf DVD, sondern virtuell in einem DRM-Container kauft. Hier muss es eine zentrale Clearingstelle geben, die überprüft, ob das Medium auf dem aktuellen Abspielgerät (z.B. dem PC oder Video-iPod) abgespielt werden darf, oder ob es sich um eine unzulässige Kopie handelt. Wenn diese zentrale Clearingstelle ausfällt, kann der Film im besten Fall auf keinem neuen Abspielgerät mehr wiedergegeben werden, da keine neuen Lizenzschlüssel mehr bezogen werden können. Im schlimmsten Fall kann der Film gar nicht mehr abgespielt werden, nämlich dann, wenn das System so realisiert ist, dass bei jedem Abspielvorgang Kontakt mit der Clearingstelle aufgenommen werden muss.
Gründe für ein Ausfallen der Clearingstelle kann es viele geben, der offensichtlichste ist wohl die Insolvenz des Betreibers. Während man als Kunde dieses Risiko durch die Auswahl eines solventen Anbieters in einem gewissen Rahmen beeinflussen kann, gibt es keine Möglichkeit vorherzusehen, ob ein Unternehmen nicht vielleicht ganz bewusst irgendwann seine Zertifizierungsstelle abschaltet.
Diese Erfahrung müssen gerade Kunden des Video-Dienstes von Google (Firmenmotto: Don't Be Evil
) machen. Wenn man dort ein mit DRM versehenes Video gekauft hat, flatterte einem in den letzten Tagen eine E-Mail mit folgenden Kernsätzen ins Haus:
In an effort to improve all Google services, we will no longer offer the ability to buy or rent videos for download from Google Video, ending the DTO/DTR (download-to-own/rent) program.
...
After August 15, 2007, you will no longer be able to view your purchased or rented videos.
Das Unternehmen teilt seinen Kunden also mit, dass das entsprechende Angebot eingestellt wird und bereits gekaufte Filme ab dem 15. August nicht mehr abgespielt werden können. Als Ausgleich
bekommt man einen Gutschein über $2, der innerhalb von 60 Tagen bei einem Google-Partner eingelöst werden kann.
Durch diesen Vorgang wird klar, dass Besitz
(download-to-own
) bei DRM-Produkten nichts mehr mit der althergebrachten Bedeutung dieses Wortes zu tun hat. Bei Google-Video ist das Vorgehen wohl durch die AGB, denen beim Kauf
zugestimmt werden musste, abgedeckt. Somit bleibt nur der Hinweis, die AGB, die man oft leichtfertig abnickt, auch zu lesen und sich ihrer Implikationen bewusst zu werden. Sonst steht man unter Umständen irgendwann einmal ziemlich Film- und Musiklos da.
Dieses Problem trifft natürlich prinzipiell auf alle Medien zu, die mit einem DRM versehen sind. Also auch auch auf Programme wie Adobe Photoshop oder Microsoft Windows, die vor Gebrauch freigeschaltet werden müssen, oder DRM-belastete Musik aus den diversen Download-Quellen. Während sich bei Musik momentan ein leichter Trend zur Abkehr von DRM bemerkbar macht, führt der Weg bei Software und Videos wohl eher in die andere Richtung. Das bei den neuen HD-Videoformaten eingesetzte Rechtemanagement kann prinzipiell selbst Hardware wie Fernseher oder Beamer lahmlegen.
Letztlich liegt die Entscheidung, welche Einschränkungen man hinnehmen möchte, beim Verbraucher. In der schönen neuen Medienwelt besteht jedenfalls ein massives Risiko, dass er unbewusst einige Kröten schlucken wird.
Quellen und weitere Informationen:
- Boing Boing: Google Video robs customers of the videos they "own"
- The Register: Google's permanent video sales less-than-permanent
- Wikipedia: Digitale Rechteverwaltung
- 1) Das Kopieren von CSS-geschützten DVDs ist allerdings nach aktueller Rechtslage in Deutschland illegal.
Links zum Artikel "Enteignung mittels DRM?":
Google war auch schon da
Ziemlich genau eine Woche hat es gedauert, bis das Blog von Google entdeckt wurde. Ganz ohne Anmeldung oder Suchmaschinenoptimierung, lediglich mit Hilfe von zwei netten Links aus anderen Blogs (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an Reizzwecke und toob), ein paar Trackbacks und meiner Signatur in Spotlight.de.
Die ersten Besucher haben sich auch schon über Google hierher verirrt.