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	<title>Zapps Blog &#187; Amflora</title>
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	<description>Bloggen ohne Konzept</description>
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		<title>Gen-Kartoffeln und Antibiotikaresistenzen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jul 2007 20:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Amflora]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Kartoffel]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[Tagesschau.de meldet heute:EU-Komission will Gen-Kartoffel von BASF genehmigen - &#8218;Amflora&#8217;-Erlaubnis spaltet die Geister
In dem Artikel wird ausfÃ¼hrlich auf die Bedenken von Umweltschutzorganisationen eingegangen, dass diese transgene Kartoffelsorte riskant wÃ¤re, da sie aus zÃ¼chterischen GrÃ¼nden ein Antibiotikaresistenzgen trÃ¤gt, das in die Nahrungskette oder Ã¼ber Bakterien in die Pflanzenwelt gelangen kÃ¶nnte.
Schauen wir uns das doch mal etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tagesschau.de meldet heute:<br/><a class="titel" href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7121718_REF1,00.html"><q>EU-Komission will Gen-Kartoffel von BASF genehmigen - &sbquo;Amflora&rsquo;-Erlaubnis spaltet die Geister</q></a></p>
<p>In dem Artikel wird ausfÃ¼hrlich auf die Bedenken von Umweltschutzorganisationen eingegangen, dass diese transgene Kartoffelsorte riskant wÃ¤re, da sie aus zÃ¼chterischen GrÃ¼nden ein Antibiotikaresistenzgen trÃ¤gt, das <q>in die Nahrungskette</q> oder <q>Ã¼ber Bakterien in die Pflanzenwelt gelangen</q> kÃ¶nnte.</p>
<p>Schauen wir uns das doch mal etwas genauer an. Das Gen, um das es geht, bewirkt eine Resistenz der Kartoffeln gegen das Antibiotikum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kanamycin">Kanamycin</a>, das heisst, die transgenen Pflanzen kÃ¶nnen auf Kanamycin-haltigem NÃ¤hrmedium wachsen, "normale" Kartoffeln hingegen nicht. So eine SelektionsmÃ¶glichkeit wird in der Pflanzenbiotechnologie benÃ¶tigt, um erfolgreich transformierte (also gentechnisch verÃ¤nderte) Pflanzen identifizieren zu kÃ¶nnen.</p>
<p>Kanamycin ist ein altes Antibiotikum, das schon seit vielen Jahren in der Human- und VeterinÃ¤rmedizin eingesetzt wird. In Deutschland wird es beim Menschen nur noch in <a href="http://www.medinfo.de/medikamente.asp?m=2296&#038;stoff=Kanamycinsulfat%201H2O">Augentropfen und -salben</a> eingesetzt, im Arzneimittel-Kompendium der Schweiz findet sich gar kein Eintrag mehr. Der Grund, warum Kanamycin mittlerweile kaum noch gebraucht wird, liegt darin, dass durch seinen Ã¼bermÃ¤ssigen Gebrauch mittlerweile viele BakterienstÃ¤mme bereits Resistenzen gegen diesen Wirkstoff entwickelt haben. Das weiss die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kanamycin">englischen Wikipedia</a> <i>(<q>Because of over-usage of antibiotics many bacteria have developed a resistance against kanamycin, and, consequently, it is not used much anymore.</q>)</i> und auch 3sat hat sich unter der Ãœberschrift   <a class="titel" href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/25606/index.html"><q>Sorgloser Umgang verringert Wirkung von Medikamenten</q></a> bereits mit dieser Thematik beschÃ¤ftigt.</p>
<p>Wir haben also im konkreten Fall Angst davor, dass durch die neue Kartoffelsorte Bakterien gegen ein Antibiotikum resistent werden, das kaum mehr eingesetzt wird, da es durch Ã¼bermÃ¤ssigen Einsatz bereits weitgehend wirkungslos geworden ist.</p>
<p>Worin die Gefahren liegen sollen, wenn das Resistenzgen in die Nahrungskette gelangt, ist mir nicht ganz klar. Geht man davon aus, dass es bereits viele resistente Keime gibt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei vielen Menschen lÃ¤ngst im KÃ¶rper befindet, nÃ¤mlich im Genom einiger ihrer Darmbakterien.</p> 
<p>(Ein hÃ¤ufiges MissverstÃ¤ndnis ist Ã¼brigens, dass der Mensch durch diese Gene irgendwie antibiotikaresistent werden kÃ¶nnte. Wir sind jedoch schon von Natur aus resistent gegen alle medizinisch eingesetzten Antibiotika, und das ist auch gut so, denn sonst wÃ¼rden wir die Einnahme dieser Medikamente nicht Ã¼berleben. In diesen ganzen Diskussionen geht es grundsÃ¤tzlich um Bakterien und insbesondere um Krankheitserreger.)</p>
<p>Interessant finde ich auch die BefÃ¼rchtung, dass das Resistenzgen Ã¼ber Bakterien in die Pflanzenwelt gelangen kÃ¶nnte. Ganz abgesehen davon, dass ich das fÃ¼r ziemlich unwahrscheinlich halte, da Pflanzen nicht so einfach fremdes Erbgut aufnehmen, stellen sich mir drei Fragen:</p> 
<ol class="liste"><li>Welchen Vorteil hÃ¤tten Pflanzen von so einer Antibiotikaresistenz? Ausserhalb von Labors wachsen sie eher selten auf Kanamycin-haltigem NÃ¤hrmedium. Damit sich diese Resistenz in der Natur ausbreiten kann, muss sie aber einen Selektionsvorteil vermitteln, sonst dÃ¼rfte sie recht schnell wieder aus dem Genpool verschwinden.</li>
<li>Was unterscheidet das Gen aus der Kartoffel, das von irgendwelchen Bodenbakterien aufgenommen wurde, von dem mittlerweile "natÃ¼rlich" vorhandenen Resistenzgen und warum sind diese "natÃ¼rlichen" Resistenzgene nicht schon lÃ¤ngst auf Wildpflanzen Ã¼bertragen worden? (1)</li>
<li>Warum sollte es Ã¼berhaupt fÃ¼r die Natur oder den Menschen schÃ¤dlich sein, wenn es "wilde" Kanamycin-resistente Pflanzen geben sollte?</li></ol>

<p>Zusammenfassend steht fÃ¼r mich die Antibiotikaresistenz-Argumentation der UmweltverbÃ¤nde als Gegenstrategie zur Zulassung von Amflora auf ziemlich wackligen Beinen. Bereits vor einigen Jahren hatte ich mal in einem Interview gelesen, dass Greenpeace selbst erkannt hat, dass die Antibiotikaresistenz kein sachlich fundiertes Argument gegen transgene Pflanzen ist, sie aber trotzdem daran festhalten, da es sich bei der BevÃ¶lkerung sehr gut verkauft. Wer gruselt sich schliesslich nicht vor "Superkeimen"? (2)</p>
<p>Bei neueren transgenen Pflanzensorten wird heute Ã¼brigens entweder die Resistenz wieder aus den Pflanzen entfernt, oder gleich auf Antibiotika als Selektionsmittel verzichtet und stattdessen zum Beispiel ein Totalherbizid verwendet. So kann man sich in Zukunft zumindest diese ermÃ¼dende Teildiskussion ersparen. (3)</p>
<ol class="fussnote">
<li>1) Zum Thema antibiotikaresistente Bodenbakterien sollte man noch wissen, dass in diesem Jahr in Deutschland tonnenweise Antibiotika versprÃ¼ht wurden, um <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/15497/index.html">Feuerbrand zu bekÃ¤mpfen.</a> DarÃ¼ber wurde in den schweizer Medien ausfÃ¼hrlich berichtet, da der Antibiotikaeinsatz im Obstbau hier aus Sorge um auftretende Resistenzen grundsÃ¤tzlich verboten ist und die schweizer Bauern enorme Verluste durch Feuerbrand hatten.</li>
<li>2) Leider kann ich dieses Interview nicht mehr finden und Ã¤rgere mich masslos darÃ¼ber, dass ich es verschlunzt habe. Der lasche Umgang mit der Wahrheit war Ã¼brigens der Grund dafÃ¼r, dass ich ziemlich zu Beginn meines Biologiestudiums bei Greenpeace ausgetreten bin.</li>
<li>3) Wahrscheinlich findet sich meine Argumentation auf vielen anderen Seiten im Netz, aber nach LektÃ¼re des Tagesschau-Artikels hatte ich das BedÃ¼rfnis, mir diesen Beitrag von der Seele zu schreiben. Letztlich ist es in meinen Augen wichtig, auch gegenÃ¼ber Kritikern kritisch zu sein. Es mag im Einzelfall gute GrÃ¼nde gegen die Zulassung einzelner Sorten geben, aber die leidige Antibiotikaresistenz-Debatte kÃ¶nnte man langsam mal fallen lassen.</li>
</ol>]]></content:encoded>
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