Google: Alle Eier in einem Korb
Was passiert, wenn man sein digitales Leben zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht, konnte man heute in weiten Teilen des deutschen Internets beobachten: Google war tot und die Deutsche Telekom weist die hartnäckigen Gerüchte zurück, sie wäre daran schuld gewesen.
Für die Leute, die Mails mit Google Mail schreiben, mit Google Maps navigieren, ihre Seitenstatistiken mit Google Analytics erstellen, die Textverarbeitung eingemottet haben und stattdessen Google Docs verwenden, Newsfeeds mit dem Google Reader verwalten und ohne die im Browser eingebaute Google-Suche aufgeschmissen sind, muss der Nachmittag die Hölle gewesen sein.
Für mich nicht. :-)
Links zum Artikel "Google: Alle Eier in einem Korb":
Streiks wohin man schaut
Jetzt habe ich gerade einen Linienflug gebucht, weil ich damit trotz eventueller Bahn-Streiks zumindest ziemlich nah an meine Reiseziel herankomme, da stelle ich anschliessend fest, dass nun auch die deutschen Flughäfen bestreikt werden.
Aber irgendwie bin ich zuversichtlich, dass sich die Flughafenbetreiber noch vor Ostern mit der Gewerkschaft einigen, während ich den Herren Schell und Mehdorn durchaus zutraue, ihr Sandkastengeplänkel auch über diesen Hauptreisetermin hinaus fortzusetzen.
Bemerkenswert finde ich übrigens, dass die Supersonderangebote der Swiss für Hin- und Rückflug noch problemlos zu bekommen waren, während wirklich alle Bahn-Spezialangebote auch über mehrere Tage hinweg restlos ausgebucht sind. Damit kostet der Flug inklusive der Flughafentransfers nun exakt das gleiche wie die reine Bahnfahrt. Irgendwo stimmt da in unserer Ökonomie doch was nicht …
Links zum Artikel "Streiks wohin man schaut":
Wissenschaft und Staatsschutz
Nein, Wissenschaftler werden (noch?) nicht grundsätzlich vom Staatsschutz observiert, ich habe lediglich Linktipps zu diesen Themen anzubieten:
Bei Hinterm Mond gleich links gibt es einen wirklich schönen Artikel zum Thema „Was ist Wissenschaft?” (1).
Wer glaubt, dass man in Deutschland sonst was anstellen muss, um Anlass für eine Rasterfahndung zu bieten oder zum Ziel einer Hausdurchsuchung zu werden, wohnt offensichtlich nicht in Bayern. Dort reicht laut eines Berichts des Magazins quer bereits ein Blogeintrag oder Juxanruf um den Staatsschutz auf den Plan zu rufen.
1) Die Fahrrad/Wikipedia-Anspielungen im Wissenschaftsartikel beziehen sich übrigens auf die Diskussion zu diesem Beitrag.
Links zum Artikel "Wissenschaft und Staatsschutz":
SPON ist die Jugend wohl nicht schlimm genug
„Der Umgang mit Hardcore-Porno-Filmchen, die auf Teenager-Handys kursieren, trägt in der Schweiz erste Früchte: Einem Bericht zufolge gehen Jugendliche heutzutage lieber ins Bordell als ins Kino oder in die Eisdiele.”
So leitet Spiegel Online den Artikel Minderjährige Freier - Teenager gehen gern ins Bordell ein, in dem sich die Autoren auf einen Bericht in der heutigen Ausgabe der Schweizer 20minuten beziehen. Wo sie in dem betreffenden Artikel (Trend: Teenager als Bordellgäste) die Aussage gefunden haben, dass Jugendliche mittlerweile lieber ins Bordell als ins Kino gehen, ist mir allerdings schleierhaft.
Vielmehr findet sich in der Schweizer Gratiszeitung ein paar Seiten hinter dem Bordell-Artikel folgendes: Neun von zehn Jugendlichen gehen sehr gerne ins Kino.
Da drängt sich doch nun die Schlussfolgerung auf, dass in der Welt von Spiegel Online zehn von zehn Jugendliche gerne in den Puff gehen.
Schade, dass ein durchaus interessantes Thema («Oft verlangen sie Praktiken, wie man sie aus den Internet- und Handy-Pornos kennt, die unter den Jugendlichen kursieren.») unbedingt auch noch billig aufgebauscht werden muss.
Links zum Artikel "SPON ist die Jugend wohl nicht schlimm genug":
Das Napster-Gefühl
Erinnert sich noch jemand an Napster?
Nein, nicht die neue Firma, die mit DRM-verseuchten Musik-Abos versucht Geld zu machen, sondern das enfant terrible des Internets der Jahrtausendwende. Damals bekam man einen Eindruck davon, wie universelle Verfügbarkeit im Internet funktionieren könnte.
Fast jedes Musikstück konnte jederzeit mit Hilfe einer einfachen Software auf den Rechner geladen werden, von DRM, hohen Kosten oder Beachtung der Urheberrechte keine Spur.
Dass die Kostenfreiheit jedoch wahrscheinlich nicht der einzige Grund für den Erfolg von Napster war, zeigte wenig später der Erfolg von iTunes mit einem ähnlich einfachen Nutzungskonzept. Napster hat sicher eine wichtige Rolle bei der Etablierung der heutigen legalen Downloadportale gespielt, auch deshalb, weil es dem Benutzer gezeigt hat, was technisch möglich wäre, wenn die Rechteinhaber nur wollten.
Mit dem Abschalten des ursprünglichen Napster-Dienstes ging ein Stück benutzerfreundliche Anarchie verloren und ähnliches geschieht mit der Schliessung des Videoportals Stage6 gerade wieder.
Stage6 zeichnete sich im Gegensatz zu YouTube und anderen Konkurrenten durch die Möglichkeit aus, auch längere Filme in hoher Qualität verarbeiten zu können. Und so fanden sich dort zeitweise ganze Fernsehserien, Arte-Themenabende und jede Menge Spielfilme und Dokumentationen zum Abspielen oder auch zum einfachen Download. Freundlich gesagt war das ganze rechtlich ziemlich fragwürdig und es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Mutterunternehmen DivX Networks mit Klagen und Schadenersatzforderungen überzogen worden wäre. Nun hat die Firma unter dem Vorwand der hohen Kosten die Notbremse gezogen und wird den Dienst zum Ende des Monats einstellen.
Schade, denn Stage6 zeigt für das Fernsehen heute, was Napster damals für Musik gezeigt hat: Die Erfüllung des Traums, gewünschte Inhalte zu jedem Zeitpunkt in akzeptabler Qualität und DRM-frei zur Verfügung zu haben.
Selbst wenn man den Kostenfaktor aussen vor lässt, ist die heutige Fernsehwelt von diesem Ziel noch weit entfernt. ARD und ZDF bieten zwar mittlerweile Mediatheken an, deren Bedienung ist aber umständlich und es fehlt eine senderübergreifende Sammelstelle für Medieninhalte. Auf ausländische Fernsehsender hat man mit der falschen IP wegen lizenzrechtlicher Probleme keinen Zugriff, sogar das im Kabelnetz empfangbare Arte verweigert mit dem Hinweis, man wäre nicht in Deutschland oder Frankreich, gelegentlich die Wiedergabe eines Videos.
Stage6 hat gezeigt was technisch möglich ist, als Konsument kann man nur weiterhin davon träumen, dass es irgendwann auch einmal rechtlich machbar wird.
Links zum Artikel "Das Napster-Gefühl":
Die europäischen Oscars
Wenn man einen Blick auf die diesjährigen Oscar-Gewinner wirft, kann man als Europäer eigentlich ziemlich zufrieden sein:
| Beste Schauspielerin: | Marion Cotillard | Französin | La Vie en Rose |
| Weibliche Nebenrolle: | Tilda Swinton | Schottin | Michael Clayton |
| Bester Schauspieler: | Daniel Day-Lewis | Brite/Ire | There will be Blood |
| Männliche Nebenrolle: | Javier Bardem | Spanier | No Country for Old Men |
| Art Direction: | Dante Ferretti Francesca Lo Schiavo | Italiener | Sweeney Todd |
| Ausländischer Film: | Die Fälscher | Österreich | |
| Makeup: | Didier Lavergne Jan Archibald | Franzose ? | La Vie en Rose |
| Musik: | Dario Marianelli | Italiener | Atonement |
| Song: | Glen Hansard Marketa Irglova | Ire Tschechin | Once |
| Animierter Kurzfilm: | Suzie Templeton Hugh Welchman | Briten | Peter und der Wolf |
| Kurzfilm: | Philippe Pollet-Villard | Franzose | Le Mozart des Pickpockets |
(Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr. Die Oscar-Macher hätten ja ruhig mal die Biographien der Gewinner online stellen können.)
Hollywood scheint ein Herz fürs alte Europa zu haben. ;-)
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Interessant, dass der Sweeny-Todd-Zusammenschnitt, den Pro7 in den Werbepausen präsentierte, keine einzige Gesangseinlage bot. Um die gesanglosen Stellen im Film zu finden, müssen sie sich die Pro7-Cutter ziemlich angestrengt haben, daher grenzt dieser Trailerzusammenschnitt schon an eine bewusste Irreführung der potentiellen Kinogänger.
Der No Country for Old Men-Trailer lief übrigens gefühlte 150 mal und auch an Daniel Day-Lewis konnte man sich in den Werbepausen mehr als satt sehen. Das war aber immer noch besser, als im ORF zwei einschläfernden Österreichern zuzuhören, die es nie schafften, pünktlich zur Fortsetzung der Show wieder nach Hollywood zu schalten.
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Insgesamt fand ich die Show so lala. Obwohl die Einführung von Jon Stewart recht gelungen war, wirkte das ganze Programm etwas heruntergespult und ich hatte stellenweise den Eindruck, in Stewarts Daily Show gelandet zu sein. Wahrscheinlich haben nach dem Autoren-Streik kurzfristig seine Stamm-Schreiber die Oscar-Gags zu Papier bringen müssen.
Ich werde mich auch nie daran gewöhnen können, dass die Oscar-Verleihung nach der letzten Trophäen-Übergabe so schlagartig endet. Immerhin hat Stewart noch einen guten Heimweg gewünscht, den habe ich zum Lichtschalter dann auch gehabt.
Links zum Artikel "Die europäischen Oscars":
Statt grosser Worte
Nachdem ich den halbsentimentalen Rückblick ja schon hinter mir habe, bleibt mir heute nur noch das erste konzeptlos verbloggte Jahr zu feiern.
:o)
Links zum Artikel "Statt grosser Worte":
Alles gesucht
Dieser Zettel lag heute bei mir im Briefkasten:
Mal schauen, ob ich im Keller noch eine kaputte Autowaschanlage herumliegen habe. :-)
Links zum Artikel "Alles gesucht":
Alle Jahre wieder
Da kann man ja fast sentimental werden: Mein Bloggeburtstag steht vor der Tür und viele Themen, die ich beim Start des Blogs behandelt habe, wiederholen sich.
Im Coop stapeln sich schon seit Wochen die Osterhasen, am nächsten Sonntag steht die Oscarverleihung an und in der Nacht auf Donnerstag kann man in Europa tatsächlich wieder eine Mondfinsternis beobachten.
Während ich noch daran arbeite, dass meine persönliche Oscar-Bilanz in diesem Jahr etwas besser ausfällt, werde ich die Mondfinsternis wohl verschlafen. 4.01 Uhr am Morgen ist einfach zu früh.
Links zum Artikel "Alle Jahre wieder":
Überlebt Lesch?
Der bekannte Astrophysiker treibt sich momentan immerhin nur von einem Kameramann begleitet in der Müncher U-Bahn herum. In der ersten Ausgabe von LeschZug schwadroniert er dort in Echtzeit über den Klimawandel.
Ein interessantes Konzept und der Beweis, dass man gutes Fernsehen auch sehr preiswert und spontan produzieren kann.