Zapps Blog

Direkt zum Inhalt




Webfont im Test

Wer mit Safari im Web unterwegs ist, wird bemerkt haben, dass sich das Erscheinungsbild des Blogs etwas geändert hat. Die eingesetzte Schriftart ist nun die Graublau Sans Web von fonts.info.

Safari ist momentan der einzige Browser, der das Einbinden von Schriftarten in Internetseiten mit CSS unterstützt. Die dazu notwendige @font-face-Regel wird von allen anderen Browsern ignoriert, die weiterhin Verdana als Standardschriftart des Blogs verwenden.

Ich finde die Möglichkeiten, die sich durch die Einbettung beliebiger Schriftarten ergeben, ziemlich spannend, auch wenn sich damit eventuell wieder ein weites Feld für Abmahnungen eröffnet, wenn Schriftarten unter Verletzung ihrer Lizenzbedingungen eingesetzt werden.


Tag der Offenen Tür beim CERN:
Tolle Technik, viele Menschen

Gestern habe ich den Tag in der Nähe von Genf verbracht, da dort das CERN, eine der grössten Forschungseinrichtungen der Welt, einen Tag der Offenen Tür veranstaltet hat. Ganz alleine war ich da nicht, neben zwei Kolleginnen fanden auch etwa 50 000 weitere Besucher, dass der zukünftig leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt einen Besuch wert wäre.

lhc_map.gif

Hauptattraktion des CERN ist der sich noch in der finalen Bauphase befindliche Large Hadron Collider (LHC), ein Beschleunigerring, in dem Protonen und Bleiionen ab Sommer 2008 auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und anschliessend zur Kollision gebracht werden sollen.

LHC - Die Theorie

Protonen oder Bleiionen werden in einer Ionenquelle hergestellt und durchlaufen zunächst einen Linearbeschleuniger sowie kleinere Ringbeschleuniger, bevor sie in den ersten grossen Ringbeschleuniger, das Super Proton Synchroton (SPS) eingespeist werden. Die durch das SPS nochmals beschleunigten Teilchen werden auf zwei gegenläufigen Bahnen in den LHC eingespeist, in dem sie weiter beschleunigt und schliesslich in einem der Detektoren auf Kollisionskurs gebracht werden. Durch die Analyse der dabei entstehenden subatomaren Teilchen erhoffen sich die Wissenschaftler weitergehende Erkenntnisse über den Aufbau der Materie. Insbesondere sollte es mit Hilfe des LHC möglich sein, Higgs-Bosonen, die einzigen durch das Standardmodell der Elementarteilchenphysik vorhergesagten Elementarteilchen, deren Existenz bisher noch nicht experimentell bewiesen werden konnte, nachzuweisen.

Schema des LHC

Schemazeichnung des gesamten LHC-Sytems:

Die Vorbeschleuniger sind blau, der LHC-Ring ist schwarz eingezeichnet. Der LHC ist an acht Punkten zugänglich, an den vier Zugängen, an denen Detektoren installiert sind (beige), können die Teilchenstrahlen zur Kollision gebracht werden. An Punkt P4 (grün) ist das LHC-eigene Beschleunigungssystem installiert.

Rot eingetragen ist die COMPASS-Anlage, die nicht zum LHC gehört, aber wie dieser vom SPS gespeist wird.

Siehe auch: Animation und detaillierte Schemazeichnung auf den Seiten des CERN.

Bei YouTube gibt es ein sehr anschauliches englisches Video zur Funktion des LHC:

YouTube

Der LHC, dessen Konstruktion mehr als 3 Milliarden Euro gekostet hat, soll in diesem Sommer in Betrieb gehen. Der Tag der Offenen Tür war für Nicht-Physiker damit wohl die letzte Möglichkeit, diese gigantische Maschine, in Augenschein zu nehmen.

Daher war der Besucherandrang an den LHC-Zugangspunkten gigantisch und uns wurde nach der Ankunft auf dem CERN-Hauptgelände im schweizerischen Meyrin mitgeteilt, dass wir es beim dort gelegenen Zugangspunkt P1 erst gar nicht versuchen sollten, sondern mit dem Shuttlebuss zum französischen CERN-Gelände in Prévessin fahren sollten, da von dort aus Busse zu den weniger überlaufenen französischen Einstiegspunkten P4 und P6 fahren würden.

Nach einer Fahrt im überfülltesten Bus, den ich je benutzt habe (die Schulbusse waren ein Kinderspiel dagegen), und einer dreiviertelstündigen Warterei auf den Anschlussbuss, wurde uns dann mitgeteilt, dass die Shuttlebusse wegen des grossen Andrangs momentan nicht fahren würden. Dumm gelaufen â€¦

COMPASS

Warteraum vorm COMPASS-Experiment

So besuchten wir zunächst mal das COMPASS-Experiment, bei dem wir nach einiger Wartezeit eine englischsprachige Führung erwischten.

COMPASS erzeugt mit Hilfe von im SPS beschleunigten Protonen Myonen (eine Art schwere Elektronen) und nutzt diese anschliessend, um den Aufbau von Protonen und insbesondere die Entstehung ihres Spins zu analysieren. Dazu wird ein Myonenstrahl auf ein Zielmaterial, etwa Ammoniak, gerichtet und mit dahinterliegenden Detektoren die Ablenkung, die die Myonen dadurch erfahren, ermittelt.

Grosse Detektoren (Stahlgestelle) in der Halle des COMPASS-Experiments

Laienhaft gesehen, besteht COMPASS aus einer riesigen Halle, in der hinter Radioaktivitätswarnschildern und dicken Betonquadern grosse Metallkästen stehen. Beeindruckend ist auch schon, dass man beim Betreten der eigentlichen Versuchsanordnung als erstes die Bahn des Myonenstrahls kreuzt, der einfach durch die Luft geleitet wird. Das erklärt wohl auch die dicken Türen mit diversen Sicherheitseinrichtungen, die den Zugang zur Versuchsanordnung während eines laufenden Experiments verhindern.

Stahlbehälter mit COMPASS-Ziel und erster Detektor, eine kupferfarbene Platte.

COMPASS beherbergt auch zeitweise die kälteste Stelle des Planeten: Das Ziel, auf das der Myonenstrahl gerichtet wird, wird auf sagenhafte 0.05 Kelvin (-273.1 Â°C) abgekühlt. Daneben erscheinen die für den Betrieb des LHC notwendige Temperatur von 2 K und die Durchschnittstemperatur im Weltall (3 K) geradezu lauschig warm.

Elektronisches Gerät mit Aufschrift SciFi-5

Nachdem er ein ganzes Arsenal an Detektoren durchlaufen hat, wird der Myonenstrahl einfach auf eine Metallplatte gelenkt, dadurch in alle Himmelsrichtungen gestreut und so unschädlich gemacht. Das ist doch mal eine einfache Methode der Abfallbeseitigung.

Auch die Radioaktivität, die bei der Interaktion der Myonen mit Materie ensteht, klingt extrem schnell ab, wenn die Myonenquelle abgeschaltet wird. Für uns Besucher bestand also keinerlei Gefahr.

LHC - Die Praxis

Nach der COMPASS-Besichtigung hatten wir die Hoffnung auf einen Abstieg zum LHC schon so gut wie aufgegeben, aber zufällig kam gerade in dem Moment, als wir die Bushaltestelle passierten, ein Shuttlebus vorbei. Wir konnten unser Glück kaum fassen und enternten den Bus zu Punkt P4. Gegen 15 Uhr erreichten wir die Mehrzweckhalle in Echenevex, wo wir Tickets für einen Abstieg um 17 Uhr ergatterten.

Immerhin mussten wir nicht die ganze Zeit in einer Schlange stehen, und so konnten wir die Zeit mehr oder weniger sinnvoll für eine Begutachtung des verschlafenen Örtchens und den Genuss einer Tasse Kaffee nutzen. Bei der Kaffeepause war dann auch wieder klar, dass wir uns in Frankreich befanden: In der Schweiz hätte es bei so einer Gelegenheit wohl keinen Kaffee für einen oder ein Viertele Wein für zwei Euro (bzw. 1.60 und 3.20 CHF) gegeben â€¦

Warteschlange mit ca. 50 Personen auf einer Wiese.

Um kurz vor Fünf standen wir dann doch in einer Schlange, bis wir aufs lokale CERN-Gelände gelassen wurden dauerte es fast noch eine Stunde. Schliesslich war aber dann doch der grosse Moment gekommen und wir fuhren mit roten Helmen bewaffnet 150 Meter hinab in die Unterwelt. Zu sehen gab es dann den LHC-Tunnel mit den beiden Beschleunigerröhren sowie die eigentliche Beschleunigungsvorrichtung.

LHC-Tunnel, links die beiden relativ dünnen Beschleunigerröhren.

Echenevex ist der einzige Punkt entlang des LHCs, an dem die Protonen bzw. Bleiionen nochmals beschleunigt werden. Die dazu notwendigen hochfrequenten elektrischen Felder beschleunigen die Teilchen in etwa 20 Minuten auf ihre Endgeschwindigkeit von 99.9999% der Lichtgeschwindigkeit, bei der ein Teilchen die 27 km des LHC etwa 10 000 mal in der Sekunde zurücklegt. Dabei bezieht der Beschleuniger rund 200 Megawatt aus dem französische Energienetz, was der halben Leistung eines kleinen Atomkraftwerks entspricht.

Die Beschleunigungseinrichtung: Ein Stahlzylinder, der die Beschleunigerröhren umfasst.

In dem Tunnel zu stehen und dabei zu versuchen, sich diese Zahlen vorzustellen, war ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis.

Kollaps der Infrastruktur

Wieder an der Oberfläche gab es dann die nächste Gelegenheit zum Warten, nämlich auf den Bus zurück nach Prévessin. Als schliesslich ein Bus auftauchte, ging es schon auf 19 Uhr zu, wir hatten die Information, dass die Shuttlebusse bis 19:30 Uhr fahren würden und noch zwei weitere Busverbindungen zu erreichen.

LHC-Kontrollgebäude, ein grauer, zweigeschossiger Zweckbau

In Prévessin dann das gleiche Spiel: Warten ohne konkrete Informationen ob oder wie es weiter geht, schliesslich tauchte ein Bus auf, der sich sardinenmässig füllte und Richtung Meyrin fuhr. Dass der Busfahrer eine ganz andere Route als auf der Hinfahrt nahm, zwischendrin immer mal wieder anhielt und selbst nicht ganz genau zu wissen schien, wo er letztlich hin sollte, sorgte dann auch nicht gerade für Optimismus.

Als dann auch noch das Gerücht aufkam, dass die Shuttlebusse vom CERN-Gelände zu den Parkplätzen nicht mehr fahren würden, sank die Stimmung erstmals deutlich. Nach einer weiteren Wartezeit ohne die Möglichkeit verlässliche Informationen zu bekommen, erschien aber doch noch ein entsprechender Bus, der wieder eine ganz andere Route nahm. Nur mit der Hilfe eines freundlichen deutsch sprechenden Einheimischen haben wir dann die richtige Bushaltestelle gefunden, auf uns allein gestellt wären wir sonst wo gelandet.

Aber so nahm der Ausflug doch noch ein gutes Ende und auf der Suche nach dem Parkplatz haben wir uns noch mit einer japanischen Besuchergruppe solidarisiert, die auch nach Bern zurück musste.

Fazit

Es war ein beeindruckendes Erlebnis, sowohl hinsichtlich der Wissenschaft, als auch was die Wartezeiten und die Organisation angeht. Ein internationales Grossforschungsinstitut unterscheidet sich offensichtlich nicht wesentlich von einer Universität, wenn es einen besonderen Anlass organisieren muss.

Die Mitarbeiter, die die Führungen gemacht haben, waren sehr freundlich und engagiert, die Stimmung war allgemein extrem gut, auch nach langen Wartezeiten und in überfüllten Bussen.

Aber organisatorisch gäbe es einiges zu verbessern:

  • Häufiger fahrende Shuttlebusse mit einem halbwegs regelmässigen Fahrplan. Damit würde man das Warten-auf-Godot-Gefühl verhindern.
  • Klare Informationen über die Buslinien und Haltestellen vor Ort. Ein unzureichender Plan im Internet nutzt nicht besonders viel, an den Hauptumsteigestellen wäre ein Ansprechpartner nett gewesen und auch Durchsagen im Bus (auch Englisch?) hätten einige Unsicherheiten beseitigen können.
  • Mehr Informationen, und die auch in anderen Sprachen als Französisch. Ich war schon überrascht, dass fast alle Poster und die Vorträge in Echenevex ausschliesslich in Französisch waren. An den Stellen, an denen man sowieso anstehen muss, wären mehrsprachige Poster mit grundlegenden Informationen zum jeweiligen Experiment nicht schlecht gewesen.
  • Klarere Signalisation. Vor den einzelnen Besichtigungspunkten standen Fahnen mit dem Namen der jeweiligen Sehenswürdigkeit. Das war zwar sehr hübsch anzusehen, aber ein gosses Schild hätte man besser lesen können. An strategischen Punkten, insbesondere an den Bushaltestellen, hätte man Karten und Informationen über Besichtigungsmöglichkeiten des jeweiligen Standorts aushängen können.
  • Mehr Souvenir-Shops. Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber ich habe tatsächlich keine Gelegenheit gefunden, ein Mitbringsel zu kaufen. In Mayrin wäre das wohl problemlos möglich gewesen, aber als wir dorthin zurückgekommen waren, hatte natürlich schon alles geschlossen.
  • Besserer Internetauftritt. Die Seite zum Tag der Offenen Tür gab es in französischer und englischer Ausführung. Links im englischen Teil führten aber oft zu französischen Dokumenten oder Unterseiten, das PDF mit dem englischen Vortragsprogramm verschwand nach einigen Tagen plötzlich, der Link führte dann zur französischen Ausgabe.

Das Hauptproblem war der unregelmässige Busverkehr, der wahnsinnig viel Zeit gekostet hat. Beim nächsten Tag der Offenen Tür beim CERN, der erst in mehreren Jahren stattfinden wird, würde ich grundsätzlich überall mit dem eigenen Auto hinfahren.

Hätten wir uns nicht auf die Busse verlassen, hätten wir sicher mehr Dinge sehen können, es war aber trotzdem ein sehr erlebnisreicher Tag und wir haben es sicher nicht bereut, nach Genf gefahren zu sein.

Immerhin kann ich nun sagen, dass ich den LHC gesehen habe, bevor er die Welt verschlingt. :-)

Das LHC-Diagramm beruht auf dem in den Wikipedia Commons zu findenden Bild von Arpad Horvath und steht wie dieses unter folgender Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5.


Der Frühling lässt sein blaues Band â€¦

Heute Mittag bei herrlichstem Sonnenschein zwei Stunden im Rosengarten gesessen.

  • Blühende Krokusse im Rosengarten
  • Panoramabild von Bern, eingerahmt von blühenden Kirschbäumen

Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Update (23.03.2009):

Für die vielen Besucher, die hier über die Google-Bildersuche hereinschneien, hätte ich noch einen klasse Linktipp:
The Big Picture: Signs of Spring ;-)


Trailer bis zum Abwinken

Bei moviepilot.de gibt es neu ein ziemlich umfangreiches Trailerquiz, bei dem man mit seinen Filmkenntnissen glänzen kann.

Auch wenn einige Trailerausschnitte extrem unfair gewählt sind, ist das Ganze sehr unterhaltsam. Mir ist dabei aufgefallen, wie viele deutsche Filme ich in den letzten Jahren nicht gesehen habe.

Ach ja, momentan sind 1443 Punkte zu schlagen. ;-)


Über den Wolken (Reisegedanken IV)

  • Roger Cicero hatte gestern einen Auftritt in Zürich, fliegt mit Hutschachtel im Handgepäck und lässt auch in der Luft sein Haupt nicht unbedeckt.

    Sein herablassender Umgang mit dem Menschen von der Bundespolizei, der in Düsseldorf die Pässe kontrollierte, bestätigte meine vorgefertigte Meinung über diesen Künstler.

  • Die belegten Brötchen sind bei der Swiss deutlich reichhaltiger als bei der Lufthansa.

  • Es ist ausgesprochen unsozial, während des Landeanflugs das Fenster mit einer aufgeschlagenen Bildzeitung(!) zu verdecken.

  • Nach immerhin fast 10°C und Nieselregen in Deutschland sind knapp 20°C und blauer Himmel ein deutlicher Fortschritt. Man merkt doch, dass der Flug in den Süden ging.


Frohe Ostern!

Schoko-Osterhase, der vom Schoko-Weihnachtsmann aus dem Schnee gezogen wird.

In diesem Jahr braucht der Osterhase wohl professionelle Hilfe …


Gefühlswelten und Promiprobleme

Ob Schweizer überhaupt große Gefühle haben können? Wissenschaftlich ist das nicht belegt. Sie wirken doch eher nüchtern bis schüchtern, ja besonnen, fast sogar vernünftig. Ich müsste lügen, je einen Schweizer oder eine Schweizerin in meinem Leben weinen oder aber vor Freude auf dem Tisch tanzen gesehen zu haben.

taz: Das Basel-Gefühl

Hmm, ich dachte immer, dass auch die Deutschen nicht gerade international für ihre Gefühlsausbrüche bekannt sind. Zumindest die nüchternen Deutschen â€¦

Aber ich kann Philipp Maußhardt, den Autor der netten taz-Kolumne, beruhigen: Obwohl ich immer noch daran arbeite, mal jemanden aus meinem Bekanntenkreis auf dem Tisch tanzen zu kriegen, habe ich durchaus schon mal weinende Schweizer gesehen. Sie können also durchaus auch gegenüber arroganten Deutschen Gefühle zeigen.

Allerdings ist der Umgang mit Promis hier tatsächlich anders, mein Lieblingsbeispiel ist immer wieder die Tatsache, dass Minister hier ganz normal Bahn fahren können und das in der Regel auch tun.

Zugegeben, hin und wieder muss auch ich in den Spitzenzeiten stehen oder auf der Treppe eines Doppelstockwagens sitzen.

Verkehrsminister Leuenberger

Bezeichnend auch, dass während der letzten Bundesratswahl die meistgefragte Frau der Schweiz relativ unbehelligt im Zug gesessen hat. Wie aussergewöhnlich das ist, ist vielen Eidgenossen wahrscheinlich gar nicht bewusst.


Filmisch auf den Punkt gebracht

Wenn man eine gute Filmparodie sehen möchte, empfiehlt es sich heute scheinbar nicht, Pro7 zu schauen.

Erfreulicherweise bietet aber YouTube ein geeignetes Kontrastprogramm zur deutschen Fernsehkatastrophe:


All 5 seconds movies in 5 Min

Weitere Filme nach dem Motto kurz und knackig gibt’s im 5-Second-Movies-Channel.


Ein Gütesiegel für Qualitätsjournalismus?

So ganz verstehe ich ja nicht, warum immer wieder ein Konflikt zwischen klassischen Medien und den Publikationsformen im Internet herbeigeschrieben werden muss.

Es gibt in beiden Bereichen absolut hochwertige Angebote und echten Schund, jeder Bildblogleser wird sich das Lachen bei folgender Aussage kaum verkneifen können:

Was schwarz auf weiß gedruckt ist, kann man in der Regel glauben. Hinter solchen Publikationen stehen Journalisten, die sich einem Berufsethos verpflichtet fühlen und über die Chefredakteure wachen. So ist die Qualität von Berichterstattung und Analyse sicher gestellt. Im Internet weiß man oft nicht genau, ob die veröffentlichten Artikel wirklich stimmen.

taz: Ein Gütesiegel muss her

Es spricht prinzipiell nichts gegen das Gütesiegel für Qualitätsangebote, welches im taz-Artikel gefordert wird, solange es für alle Publikationsformen greift.

Wie wohl Bildzeitung und Frisörpublikationen mit der Verweigerung des Siegels umgehen würden?


Montana an Washington: Geht zur Hölle!

Dank eines überaus empfehlenswerten Artikels bei USA Erklärt weiss ich ja schon länger, dass die US-Bundesregierung den einzelnen Bundesstaaten nicht besonders viel in ihre inneren Angelegenheiten hineinregieren kann.

Aber dass der Gouverneur von Montana meint, es wäre ganz normal, Forderungen aus Washington zu ignorieren und der Bundesregierung ein „Geht zur Hölle!” entgegenzuwerfen, wenn sie zu lästig wird, hat mich nun doch überrascht:

"We're putting up with the federal government on so many fronts, and nearly every month they come out with another hare-brained scheme ... to tell us that our life is going to be better if we just buckle under on some other kind of rule or regulation. And we usually just play along for a while.

We ignore 'em for as long as we can. We try not to bring it to a head but if it comes to a head we found that it's best to tell 'em to go to Hell and run the state you wanna run your state."

Das entsprechende Radiointerview mit Monatanas Gouverneur Brian Schweitzer enthält noch weitere klare Ansagen zum Konflikt zwischen einzelnen Bundesstaaten und Bundesregierung um die Einführung einer einheitlichen Identitätskarte.

via boingboing