Finsternis
Mit professionellen Aufnahmen von der heutigen Mondfinsternis kann ich sicher nicht mithalten, aber Profis knipsen auch nicht mit einer Schnappschusskamera vom Küchenfenster aus. Ich hätte gar nicht gedacht, dass man mit vier Megapixeln, 3x-Zoom und 13 Sekunden Belichtungszeit überhaupt was erkennen kann.
Die NASA hat gestern noch spektakulärere Bilder veröffentlicht, die von der STEREO-B-Sonde aufgenommen wurden. Man sieht, wie der Mond vor der gewaltigen Sonnenscheibe vorbeizieht. Von der Erde aus gesehen, wäre das wohl eine Sonnenfinsternis gewesen.
Nachtrag: So richtig gute Bilder von der Mondfinsternis habe ich bei blue sky gefunden. Da kann man richtig neidisch werden.
Links zum Artikel "Finsternis":
Grüne CSU?
Als folgende Schlagzeile von SPON in meinem Feedreader auftauchte, habe ich ja zuerst an einen Scherz gedacht:
CSU will konventionelle Autos verbieten
Die CSU, die Partei, deren Vertreter eben noch befürchtet haben, dass die Deutschen zu einem Volk von Kleinwagenfahrern degradiert werden
, will konsequent alle konventionell angetriebenen Autos verbieten, und ganz auf Wasserstoff- und Hybridantrieb setzen?
Ein genauerer Blick in den Artikel hat mich dann aber beruhigt: Das Ganze soll bis zum Jahre 2020 umgesetzte werden, es besteht also momentan kein konkreter Handlungsbedarf, und die grossen Dienstwagen dürfen erst mal weitergefahren werden, auch wenn deren Sprit vielleicht bald teurer wird.
Erinnert sich eigentlich noch jemand, welch ein Aufschrei vor einigen Jahren durchs Land ging, als die Grünen meinten, dass 5 DM doch ein angemessener Preis für den Liter Sprit wären, ein Tempolimit auf Autobahnen forderten und für Urlaub in Deutschland statt einer Fernreise warben?
Wie sich doch die Zeiten ändern. Ich habe mir den ersten Januar 2020 auf jeden Fall schon mal vorgemerkt.
Links zum Artikel "Grüne CSU?":
Gewichtige Kampagnen
Während mir heute auf dem Weg zur Uni Plakate der Schweizerischen Adipositas-Stiftung begegnet sind, scheint kabel eins mit Übergewicht keine Probleme zu haben.
Passend zur Fastenzeit wird mit Bildern von riesigen Essensportionen Werbung für die kommende Food-Woche [sic!] gemacht:
Ob Mega-Schnitzel, Luxus-Essen, XXL-Pizzen oder Fische, die über den Tellerrand lappen: Die "Food"-Woche bei kabel eins entführt die Zuschauer auf eine kulinarische Entdeckungsreise der Superlative!
Ich werde auf jeden Fall am Dienstag einschalten, wenn das Magazin BIZZ die Frage "Lohnen sich 'All you can eat'-Angebote?" mit vollem investigativen Einsatz endgültig klären wird.
Mahlzeit!
Links zum Artikel "Gewichtige Kampagnen":
- 2. März 2007 –
- Medien
- –
DesignKlicks – Preiswürdig?
Nach Angaben von Indiskretion Ehrensache hat heute DesignKlicks den Lead Award für "WebDesign des Jahres" gewonnen. Auf den Seiten der Lead Academy, die den "Oskar der Medienbranche" vergibt, findet sich diese Information momentan noch nicht, sondern nur der Satz "Die Preisträger werden am 1. März 2007 bekanntgegeben". Dann müssen sie sich aber mal langsam beeilen ...
O.K., gespannt klicke ich auf den Link zum Preisträger und werde freundlich begrüsst:
Da hat wohl jemand seine eigene Fehlermeldung nicht gelesen. Die erste Kontaktaufnahme scheitert also wegen des mit NoScript abgeschalteten JavaScripts an der Flash-Erkennung.
Für eine Gewinnerseite schalte ich JavaScript aber gerne mal ein, und gelange mit erkanntem Flash-Player schliesslich auf die Seite. Und man muss wirklich sagen, innovativ ist sie. Beim Versuch, die Navigation zu meistern (hinter der seltsamen Wolke oben rechts verbirgt sich übrigens auch ein Steuerelement), erlebt man einige positive Überraschungen.
Flüge durch Bilderwelten, sehr schöne Aufnahmen, interessante Objekte: Der Inhalt ist eindeutig erstklassig. Nur leider hakt es manchmal an der Technik. Mir persönlich sind die Bildunterschriften viel zu klein, und dank Flash lassen sie sich natürlich auch nicht vergrössern. Für den Genuss der Seite ist ein sehr grosser Bildschirm empfehlenswert, selbst auf meinem 1280er Monitor erscheinen Scrollbalken, die aufgrund der besonderen Navigationseigenschaften einiger Unterseiten ziemlich sinnlos sind.
Die Einblendung des Impressums dürfte nicht nur beim Firefox am Popup-Blocker scheitern. Rechtlich ist es eine interessante Frage, ob ein aus einem Flash-Element hinter den Links "Sign In" und "Impressum" aufgerufenes (bzw. geblocktes) Impressum dem Kriterium der unmittelbaren Erreichbarkeit nach §5 TMG entspricht.
Mein Fazit: Eine sehr hübsche Seite für junge Designer mit guten Augen, die experimentierfreudig und an ein buntes Durcheinander von Deutsch und Englisch gewöhnt sind. Dem wirklich tollen Inhalt wird die handwerkliche Umsetzung leider nicht gerecht. Dass man für so ein Projekt den Flash-Player voraussetzt ist verständlich, an einer Erkennung per JavaScript muss man aber eigentlich nicht scheitern.
Wer sich fragt, warum man trotz solcher Schlampigkeiten einen der höchsten Preise für Webdesign in Deutschland bekommen kann, sollte vielleicht mal einen Blick auf die Liste der Juroren und ihrer Brötchengeber werfen.
Nachtrag:
Wie ich gerade bei wirres gelesen habe, versteigern die Leute von Titanic ihren Preis. Die nehmen ihn wohl auch nicht so ganz ernst ;-)
Links zum Artikel "DesignKlicks – Preiswürdig?":
Paris, je t’aime
Im Rahmen einer Reihe über "FilmemacherInnen heute" im Kino im Kunstmuseum habe ich gestern zusammen mit einer Kollegin Paris, je t’aime gesehen.
Vor Beginn des Films wurde dieses Dia eingeblendet, über das wir beide fünf Minuten gerätselt haben, in einem Kunstmuseum rechnet man schliesslich mit allem:
Der Groschen ist schliesslich ziemlich lautstark gefallen ;-)
Der Film selbst, eine Aneinanderreihung von 18 "Nachbarschaftsromanzen", realisiert von 21 Regisseuren, war sehr fesselnd. Ich hatte vorher quasi gar nichts über ihn gehört, ausser dass einer der Kurzfilme von den Coen-Brüdern gedreht wurde. Eigentlich habe ich ihn mir nur angeschaut, um rauszubekommen, ob sie Steve Buscemi auch hier wieder umbringen werden. Im Nachhinein war es wahrscheinlich ein echter Vorteil, völlig unvorbereitet in den Film zu gehen und so wirklich alle Überraschungen und Wendungen der Kurzgeschichten auskosten zu können.
Natürlich waren nicht alle Beiträge wirklich hochklassig, gleich der erste und schliesslich auch der letzte waren ziemlich schwach und die Pantomimen konnten mich ebenfalls nicht überzeugen. Aber insgesamt war es ein wirklich intensives Kinoerlebnis: Nick Nolte glänzte in seiner Rolle, ebenso natürlich der schweigende Steve Buscemi, und das Zusammenspiel zwischen Gena Rowlands und Ben Gazzara als Ehepaar kurz vor der Scheidung war einfach grossartig. Auch die bei den Fünf Filmfreunden (Spoiler) als zu sehr moraliserend bezeichnete Episode Place des Fêtes hat mich im Kino sehr berührt, insbesondere, da erst nach und nach klar wurde, um was es eigentlich geht. Der bizarre Kurzfilm mit Elijah Wood und der Vampirette hätte meiner Meinung nach auch von seinem Namensvetter Ed Wood gedreht sein können. Trash vom feinsten.
Wir haben den Film im Originalton gesehen, in dem er sehr vom fliegenden Wechsel zwischen Französisch und Englisch profitiert. Man kann nur hoffen, dass die Deutsche Synchronfassung etwas taugt.
Eine klare Empfehlung für einen starken Kinoabend fernab von den üblichen Hollywood-Schinken: Paris, je t’aime.
Links zum Artikel "Paris, je t’aime":
Jungfrau im All
So hat man sich 1902 im allerersten Science-Fiction-Film die Reise zum Mond vorgestellt:
Man erkennt deutlich erste Vorstudien zu Captain Kirk: Was man nicht kennt, wird erst mal niedergeschlagen. Auch die Kostümierung des weiblichen Personals weist bezüglich der Rock- bzw. Hosenlänge gewisse Ähnlichkeiten auf.
Und so soll ab 2009 jeder, der 200.000 Dollar Reisespesen aufbringen kann, mit Virgin Galactic ins All kommen können:
Das sieht mal erstaunlich gut aus (inklusive lautlosem Weltall), obwohl mich die Helme der Astronauten etwas an die Zombies aus Das Schwarze Loch mit Maximilian Schell erinnern.
Die Entwicklung ist beeindruckend.
Hätte mal jemand ein kleines Vermögen für mich?
Links zum Artikel "Jungfrau im All":
Zapp und wie er die Welt sah
Es scheint ein Grundbedürfnis zu sein, anderen Menschen mitteilen zu wollen, wo man schon überall gewesen ist. Das führt dann manchmal im Kino oder vor dem Fernseher zu Ausrufen wie "Da war ich auch schon!" oder "In echt sieht das aber ganz anders aus!" und kann in einem Kleiderschrank voll von eigentlich ziemlich hässlichen Hardrock-Cafe-T-Shirts gipfeln.
Das Web bietet nun die ultimative Möglichkeit seiner Umwelt aufzuzeigen, wie welterfahren man doch ist: Bei den Reise-Communities TravelBlog und world66 kann man sich Weltkarten erstellen lassen, in denen die bereits besuchten Länder hervorgehoben sind.
Rein zu Demonstrationszwecken habe ich das mal ausprobiert. Die Karten sind auf ein blogtaugliches Format verkleinert worden, ein Klick auf sie öffnet das Originalbild.
TravelBlog
Bei TravelBlog gibt es nur eine Weltkarte, in der dafür auch die Grenzen eingetragen sind. Leider fehlen so wichtige Stadtstaaten wie Monaco oder der Vatikanstaat.
world66
Die Karte von world66 wirkt auf den ersten Blick etwas spartanischer, aber in ihr haben auch die Kleinststaaten jeweils einen Pixel abbekommen.
Hier gibt es auch Detailkarten zu Europa,
den Vereinigten Staaten
und Kanada.
(Ich war übrigens schon mal am Drehort von Gattaca, der Grand Canyon sieht in echt total künstlich aus, und in Stockholm bin ich damals extra zum Hard Rock Cafe gelatscht um so ein doofes, überteuertes T-Shirt zu kaufen. Bilder von meiner Südwest-USA-Rundreise finden sich zusammen mit einer noch detaillierteren Karte an anderer Stelle.)
Bei den Karten habe ich natürlich kräftig gemogelt und auch Länder eingezeichnet, durch die ich bislang nur durchgefahren bin (Belgien, Österreich und Luxemburg), die ich nur für ein paar Stunden besucht habe (Kanada), oder in die ich überhaupt nur gekommen bin, weil ich mitten im Nichts einmal um den Grenzstein herumgelaufen bin (Norwegen).
PS: Falls jemand den den Beitragstitel nicht einordnen kann: Dieses Buch lesen und diesen Film sehen. Lohnt sich beides!
Links zum Artikel "Zapp und wie er die Welt sah":
Klare Abgrenzung
Ausriss aus der Gratiszeitung heute vom 28.02.2007:
Da habe ich aber noch mal Glück gehabt, dass ich so gerade eben noch zur Zielgruppe gehöre.
Ob ich da wirklich Wert drauf lege, ist allerdings eine andere Frage.
Links zum Artikel "Klare Abgrenzung":
Google war auch schon da
Ziemlich genau eine Woche hat es gedauert, bis das Blog von Google entdeckt wurde. Ganz ohne Anmeldung oder Suchmaschinenoptimierung, lediglich mit Hilfe von zwei netten Links aus anderen Blogs (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an Reizzwecke und toob), ein paar Trackbacks und meiner Signatur in Spotlight.de.
Die ersten Besucher haben sich auch schon über Google hierher verirrt.
Links zum Artikel "Google war auch schon da":
Bedeckt
Bern, Wolkendecke auf 4100m. Die Frisur sitzt.
Immerhin kann man nach dem Regen mal wieder die Berge sehen.