Die spinnen, die Briten
Gestern wurde in London ein neuer Weltrekord aufgestellt: Das grösste Kokosnuss-Orchester in der Geschichte der Menschheit spielte "Always Look on the Bright Side of Life" von Monty Python. Anschliessend wurde auf dem Trafalgar Square passenderweise Die Ritter der Kokosnuss gezeigt.
Gutes Videomaterial vom Weltrekord ist rar gesät, auf YouTube findet sich ein Kurzbericht der BBC und wer nicht vor JavaScript und .wmv zurückschreckt, findet beim ORF einen tollen längeren Bericht im Originalton (1).
Eine wirklich schöne britisch-verrückte Art, den St. George's Day und gleichzeitig den Tag des Bieres zu begehen. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen.
- 1) Die Leute vom ORF haben offensichtlich die Web-Don’ts nicht gelesen. Wenn man schon Kurzvideos online stellt, sollten diese auch einbettbar sein. Der ORF hätte dadurch nicht mal Werbeverluste.
- Das verwendete Bild von fgt steht unter einer CC-Lizenz.
Links zum Artikel "Die spinnen, die Briten":
Das abgehängte Prekariat
Könnte mir mal bitte jemand diesen SPON-Artikel erklären?
Irgendwie geht es darin um eine Studie, in der die Einstellung der "neuen Unterschicht" untersucht wurde. Nur wird die Studie nicht verlinkt und Zahlen aus ihr werden auch nicht präsentiert. Es scheint sich vielmehr um die subjektive Zusammenfassung eines Professors zu halten, vom Spiegel-online-Team mit einem hübschen Bild von einem Arschgeweih Tattoo am unteren Rücken garniert.
Mal ein kleiner Ausschnitt:
Und dass die unzweifelhaft bedrückende soziale Lage der Prekarisierten in diesem Land bemerkenswert geringe altruistische oder solidarische Zuwendungen hervorruft, hat gewiss mit eben dieser subjektiven, lebensstilistischen Seite des Problems zu tun.
Der Satz hat mir so gut gefallen, dass ich ihn gleich mehrfach gelesen habe. Wenn sich wenigstens irgendwo Hintergrundinfos oder harte Fakten finden lassen würden ...
Ich geh jetzt erst mal zur Wikipedia und schau nach, was "Prekariat" überhaupt bedeutet.
Links zum Artikel "Das abgehängte Prekariat":
- 23. April 2007 –
- Medien
- –
Wahlen in Frankreich
Ob diese Meldung wohl in irgendeinem Zusammenhang mit dieser steht? Überforderung? Herzinfarkt? Stromschlag?
Aber immerhin ist Le Pen weit abgeschlagen und der zweite Wahlgang dürfte spannend werden.
Links zum Artikel "Wahlen in Frankreich":
Quelltext für Fortgeschrittene
Wie formatiert man ein Leerzeichen? Der Macher von bahndeutsch.de hat sich für folgende Lösung entschieden:
<b>
<font face="Arial, Helvetica, sans-serif" size="4">
<font size="5">
<font size="6">
<font size="4">
<font size="5">
<font size="4" face="Courier New, Courier, mono">
<font face="Arial, Helvetica, sans-serif" size="5">
<i>
<font color="#99CCFF">
</font>
</i>
</font>
</font>
</font>
</font>
</font>
</font>
</font>
</b>
Falls das kein besonders ausgetüftelter Werbetrick ist, zolle ich dem kreativen Einsatz eines veralteten HTML-Elements mit einer leichten Verbeugung in Richtung Frontpage, Word und Co. meine Hochachtung.
Wenn man vom interessanten Quelltext mal absieht (das Leerzeichen findet sich übrigens in Zeile 35), ist die Bahndeutsch-Seite aber gar nicht mal so übel.
Gefunden im Trash Log.
Nachtrag: Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit: Das Leerzeichen ist mittlerweile mitsamt Formatierung ersatzlos gestrichen worden.
Links zum Artikel "Quelltext für Fortgeschrittene":
Kriegszar gesucht
Das Stichwort Realsatire hatte ich ja eigentlich gerade erst, aber diese Geschichte ist einfach zu gut:
Die erste Hälfte des Videos kann getrost übersprungen werden, aber ab der "War Czar"-Geschichte (und die ist wirklich kein Witz) wird es einfach nur noch absurd.
Auch wenn die Daily Show mit Recht von sich behauptet, keine echte Nachrichtensendung zu sein, wären die „richtigen” Nachrichten wahrscheinlich mittlerweile auch besser bei einem Comedy-Spartensender aufgehoben. Anders kann man das ja gar nicht mehr aushalten.
Links zum Artikel "Kriegszar gesucht":
Gut, dass wir verglichen haben
Dieser Beitrag geht nach Norden in Richtung alte Heimat.
Falls ihr euch noch wundert, warum ich neben Mohnback (gibts hier gar nicht), auch Zahnpasta aus Deutschland mitgenommen habe:
Preis einer Tube Signal-Zahnpasta
in Deutschland: 0.79 EUR (wenn ich mich richtig erinnere),
in der Schweiz: 3.95 CHF = 2.46 EUR,
Preisdifferenz: 1.67 EUR bzw. 211%.
Beide Preisbeispiele betreffen "normale" Supermärkte und keine Discounter (Kaufland in D, Coop in CH). Hätte ich den Lidl-Preis genommen, wäre der Vergleich noch verheerender ausgefallen, und auch der momentan sehr starke Euro begünstigt den schweizer Preis durch die Umrechnung.
Ich bin gerne bereit, für gute Produkte mehr zu bezahlen, z.B. bei Fleisch und Eiern, aber dieser Preisunterschied bei einem europaweit vermarkteten Standardprodukt ist einfach unverschämt.
Links zum Artikel "Gut, dass wir verglichen haben":
Es geht wieder los
Immerhin hat es diesmal ein paar Tage gedauert, bis sich die üblichen Verdächtigen zu Wort gemeldet haben:
Nach Amoklauf in den USA: Philologen fordern Verbot von "Killerspielen"
Ich frage mich ja, wie man wohl die Kurve von einer schrecklichen Gewalttat in einem Land mit extrem laschen Jugendschutzbestimmungen (1) und einem sehr leichten Zugriff auf Feuerwaffen, zu einer Forderung nach verschärften Gesetzen in dem Land mit den jetzt schon schärfsten Jugendschutzbestimmungen der westlichen Welt sowie einem recht restriktiven Waffengesetz kriegen kann.
Ansonsten lasse ich das mal unkommentiert und greife lieber auf den Text "Why the Bombings Mean That We Must Support My Politics" zurück, den ich bei boingboing gefunden habe:
Many people will use this terrible tragedy as an excuse to put through a political agenda other than my own. This tawdry abuse of human suffering for political gain sickens me to the core of my being. Those people who have different political views from me ought to be ashamed of themselves for thinking of cheap partisan point-scoring at a time like this. In any case, what this tragedy really shows us is that, so far from putting into practice political views other than my own, it is precisely my political agenda which ought to be advanced.
Not only are my political views vindicated by this terrible tragedy, but also the status of my profession. Furthermore, it is only in the context of a national and international tragedy like this that we are reminded of the very special status of my hobby, and its particular claim to legislative protection. My religious and spiritual views also have much to teach us about the appropriate reaction to these truly terrible events.
1) Bezüglich Gewaltdarstellung, bei nackter Haut sieht es mit dem amerikanischem Jugendschutz natürlich ganz anders aus.
Links zum Artikel "Es geht wieder los":
Programmänderung
Kabel eins hat heute, wahrscheinlich wegen des Amoklaufs an der Verginia Tech, das Programm geändert. Statt Teaching Mrs. Tingle läuft gerade Boomerang.
Der eigentlich geplante Film scheint wirklich unter keinem guten Stern zu stehen:
Leider wurde der D-Start 1999 überschattet von einem Amoklauf an einer US-Highschool, weshalb die Marketingmaschinerie zurückgefahren und der Kinostart verschoben werden musste.
Gemeint ist das Massaker an der Columbine High School, das bis vorgestern die schlimmste Schiesserei an einer amerikanischen Schule darstellte. 
Links zum Artikel "Programmänderung":
- 18. April 2007 –
- Medien
- –
Immer wenn man denkt, es ginge nicht mehr schlimmer, …

setzt er noch einen drauf.
Nachdem heute die Vorratsdatenspeicherung beschlossen wurde, geht es nun also auch noch der Unschuldsvermutung an den Kragen. Im vielgescholtenen Onlineangebot der Süddeutschen findet sich ein geschickt als Interview getarnter Kommentar von Heribert Prantl, der die Sache auf den Punkt bringt:
Schäuble führt auf diese Weise eine Art Feindstrafrecht ein: Das normale Strafrecht mit seinen rechtsstaatlichen Regeln ist für dennormalenBürger da. Das andere, das radikale Recht, für alle Feinde des Staates.
Wahrscheinlich werden dann kompetente Politiker festlegen, wer anständig, und wer ein Feind des Staates ist. Jetzt fehlt nur noch eine abgelegene Insel, auf der man die Staatsfeinde dann internieren kann. Vielleicht Helgoland?
Bei der Zeit gibt es einen Überblick über die aktuelle Überwachungslage: Schäubles Schreckensliste.
Ursprüngliches Bild von dataloo.
Hinweis für die Leute, die diese Seite über die Google-Bildersuche aufgerufen haben: Ihr sucht wahrscheinlich dieses Bild.
Links zum Artikel "Immer wenn man denkt, es ginge nicht mehr schlimmer, …":
Realsatire mit Intel
Manche kleinen Meldungen können ihren Ironiegehalt einfach nicht verbergen. So wurden laut golem.de auf dem IDF in Peking die Gewinner der "Intel Core Processor Challenge" präsentiert:
Mit der "Intel Core Processor Challenge" will Intel die klassische "große beige box" weiter verdrängen.
Und der zweite Platz geht an: einen Aktenvernichter.