Beiträge zum Thema „Schweizer Besonderheiten”
Blaue Zone
Die Frage, wie lange man sein Fahrzeug mit einer Parkscheibe nun wirklich in einer Blauen Zone parken parkieren darf, stellt sich wahrscheinlich nur Einwanderern oder Touristen, anders kann ich mir nicht erklären, dass sich diese Information nicht in einer allgemeingültigen Form im Netz finden lässt.
Soweit ich herausgefunden habe, gilt schweizweit folgendes:
Art. 48 Signalisationsverordnung (SVV):
Ohne zusätzliche Anzeige einer zeitlichen Beschränkung (Blaue Zone): An Werktagen gilt für Fahrzeuge zwischen 08.00 und 19.00 Uhr eine beschränkte Parkzeit. Gilt die Beschränkung auch an Sonn- und Feiertagen, wird dies auf einer Zusatztafel angegeben. Die Parkscheibe nach Anhang 3 Ziffer 1 regelt die Parkzeiten.
Samstag ist ein Werktag.
Medienmitteilung des Bundesamts für Strassen:
Unverzüglich nach dem Parkieren von Fahrzeugen ist auf der neuen Parkscheibe der Pfeil auf den der Ankunftszeit nachfolgenden Strich einzustellen. Ausgehend von dieser Einstellung beträgt die zulässige Parkdauer in der Blauen Zone eine Stunde.
Über Mittag scheint es eine Sonderregelung zu geben, für die ich allerdings keine nationale Quelle gefunden habe. Mindestens In vielen, wenn nicht in allen Städten, gilt wie in Zürich oder Oberglatt:
Bei einer effektiven Ankunftszeit zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr gilt die Parkerlaubnis bis 14.30 Uhr, bei einer effektiven Ankunftszeit zwischen 18.00 Uhr und 08.00 Uhr bis 09.00 Uhr.
Leider konnten die Schweizer, die ich zum Thema befragt habe, mir nicht sagen, ob das auch in Bern beziehungsweise der ganzen Schweiz gilt.
Eine Suche auf den Internetseiten der Stadt Bern wirft zwar eine Seite mit der vielversprechenden Überschrift Parkieren in blauen und weissen Zonen
heraus, in der dort zu findenden Textwüste findet sich allerdings keine Information zum kostenlosen Kurzzeitparkieren. Die Angabe der Site von Bern Tourismus ist bestenfalls irreführend:
Wer mit einem Auto unterwegs ist, tut gut daran, die Parkings zu benutzen oder auf die Blauen Zonen (Parkdauer maximal 1,5 Stunden, mit Parkscheibe) auszuweichen.
Aber wahrscheinlich lernen Schweizer das alles in der Fahrschule und es ist selbstverständlich, dass die Regelungen bundesweit gelten. Nur wäre es schon schön, wenn man das als Zugereister auch mal nachlesen könnte oder wenn man Freunde hätte, die sich besser an ihre Fahrschulzeit erinnern können.
Nachtrag: Offizielles aus Bern
Nach drei E-Mails habe ich folgendes Szenario von der zuständigen Stelle in Bern bestätigt bekommen: Wenn ich den Wagen um 8:31 Uhr abstelle und die Parkscheibe auf 9:00 Uhr stelle, muss ich ab 10:00 Uhr mit einer Busse rechnen. Zu der Mittagsregelung hat sich meine Gesprächspartnerin leider nicht geäussert und eine vierte Mail erspare ich uns beiden jetzt lieber.
Als Alternative zur Parkscheibe bekommt man in Bern an den Fahrkartenautomaten von Bernmobil auch für 15 Franken eine Tages- oder für 8 Franken eine 4-Stunden-Parkkarte für die Blaue Zone. Diese gelten sofort ab dem Kaufzeitpunkt, bei der Polizei gibt es auch Tagesparkkarten, die man selbst ausfüllen kann.
Links zum Artikel "Blaue Zone":
„Wir sind da für die Ewigkeit“
Das ist bislang die beruhigendste Aussage, die ich von einem Banker zur Finanzkrise gehört habe.
Wenn ich in mein Portemonnaie schaue, in dem sich bisweilen hundert Jahre alte Münzen finden, glaube ich das dem Chef der Schweizerischen Nationalbank sogar. ;-)
Links zum Artikel "„Wir sind da für die Ewigkeit“":
Die Schweiz vor dem Bankrott?
Das könnte man fast annehmen, wenn man Spiegel online liest:
„Der Finanzplatz Schweiz wird bluten“
Zu diesem Artikel hätte ich ein paar Zusatzinformationen:
Allein durch den langfristig geplanten Verkauf von 37 Tonnen Gold aus den staatlichen Goldreserven werden bis September 2009 bei aktuellem Goldpreis um die 1 Mrd. US-Dollar in die Schweizer Staatskasse fliessen.
Und dann wären da noch 1000 Tonnen Gold im Tresor der Nationalbank, die dank der Bankenkrise stetig im Wert steigen. Sollte es tatsächlich zu einer Staatskrise kommen, wovon ich nicht ausgehe, besteht also ein erheblicher Spielraum
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern betrug der Überschuss des Schweizer Bundeshaushaltes im letzten Jahr 4 Mrd. Franken. Ein Zeichen für schlechte Finanzpolitik?
Tatsächlich wird das eidgenössische Finanzministerium momentan kommissarisch von der Justizministerin geleitet, die dafür auf einer ausserordentlichen Bundesratssitzung von anderen Aufgaben entbunden wurde.
Allerdings war Frau Widmer-Schlumpf vor ihrer Wahl in den Bundesrat neun Jahre lang Finanzministerin des Kantons Graubünden und die letzten sechs Jahre Präsidentin der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren. Ihr Sachverstand in Finanzangelegenheiten ist unbestritten.
Hinter dem, was der Autor bei Spiegel online leichthin als „Kreislaufkollaps“ beschreibt, verbergen sich Herzstillstand, künstliches Koma und Notoperation mit fünf Bypässen. Natürlich befindet sich Bundesrat Merz momentan in der Reha.
Sicher wird die Bankenkrise nicht spurlos an der Schweiz vorbeigehen, von einem Staatsbankrott und miserablem Krisenmanagement kann meiner Meinung nach aber keine Rede sein.
Links zum Artikel "Die Schweiz vor dem Bankrott?":
Rundum mobil
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich das beste Auto der Welt fahre?
Das würde ich in Deutschland echt vermissen.
Links zum Artikel "Rundum mobil":
Betreibungsauskunft Bern
Eine Betreibungsauskunft, die offiziell Auszug aus dem Betreibungsregister
heisst, bekommt man in Bern von den freundlichen Mitarbeiterinnen der Registratur des Betreibungsamtes in der Speichergasse 12.
Die Dienststelle hat unter der Woche bis 17 Uhr geöffnet.
Dieser Kurzbeitrag ist eine kostenlose Dienstleistung für alle Leute, die diese Information auch gerne im Netz gefunden hätten/finden würden/gefunden haben werden.
Links zum Artikel "Betreibungsauskunft Bern":
1. August
Morgen steht er wieder an, der Schweizer Nationalfeiertag, an dem die Eidgenossenschaft mit Gesang und Feuerwerk ihrer Gründung gedenkt.
Natürlich gehören zu so einem Anlass auch staatstragende Ansprachen, eher ungewöhnlich ist allerdings, dass ein Regierungsmitglied seine Feiertagsgedanken im eigenen Blog publiziert. So macht es in diesem Jahr Bundesrat Leuenberger und präsentiert die nach eigenen Angaben schweiz- und weltweit erste 1.-August-Rede in einem Blog überhaupt.
Seine Gedanken zum typisch Schweizerischen und der direkten Demokratie seien hiermit zur Lektüre empfohlen, Deutsche werden dabei vielleicht einige Überraschungen erleben.
„Das ist das wirklich Schweizerische an unserem Staat: Er drängt uns zum Verhandeln, zum Interessensausgleich, zum Kompromiss – und gerade dadurch finden wir zu praktikablen und dauerhaften Lösungen. [...] Deshalb widerspricht der Gang „in die Opposition“ dem Grundgedanken der direkten Demokratie.”
- Moritz Leuenberger: Erste 1. August Blog Rede
Links zum Artikel "1. August":
3:0
Heute das erste Spiel in Bern: Holland - Italien
Die Stadt war fest in holländischer Hand, das Ergebnis konnte also kaum besser sein. Erstaunlicherweise haben viele der Oranje-Fans in der diesmal wirklich vollen Fanzone berndeutsch gesprochen. Echt multilingual diese Holländer.
Links zum Artikel "3:0":
Trittst im Morgenrot daher …
Was macht der Schweizer, nachdem seine Mannschaft das wichtige Auftaktspiel verloren hat?
Er geht betrübt aufs Klo und singt den Schweizerpsalm:

Links zum Artikel "Trittst im Morgenrot daher …":
Glück gehabt
Manchmal bin ich als bekennender Fremdschämer schon froh, dass die Deutschen nicht in Bern spielen. Somit bleiben einem wenigstens die schlimmsten Auswüchse heimatlicher Kultur erspart.
Rund um die „Fanzone Klagenfurt“ sind wir jungen, zum Teil sehr jungen weiblichen Deutschland-Fans begegnet, die T-Shirts mit der Aufschrift trugen: „Ich bin geil, aber nicht verzweifelt.“ Und jungen Männern in kurzen Hosen mit weißen Beinen, die mit strenger, nicht mehr ganz stabiler Stimme „Mäuschen“ riefen – um die Aufmerksamkeit der Bedienung zu gewinnen, auf dass diese ihnen dann einen „Ballermann-Kübel Sangria“, 19 Euro 90 das Stück, serviere. Das alles zu rüden Rhythmen und Wolfgang Petrys „Waaahnsinn – ich geh’ für Dich durch die Hölle.“
Momentan stellt hier noch die einheimische Bevölkerung den Grossteil der betrunkenen Jugendlichen, seit gestern werden allerdings auch vermehrt mehr oder weniger fantasievoll orange gekleidete Menschen in der Innenstadt gesichtet.
Links zum Artikel "Glück gehabt":
Kurze Richtigstellung
Bevor ich mich gleich zum Public Viewing und dem EM-Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien aufmache, noch eine kurze Richtigstellung.
Wenn Spiegel Online schreibt:
Ob beabsichtigt oder nicht, ganz im Stil der idyllischen Ferienkulisse gestaltet sich auch die Berichterstattung, mit der das Alpenvolk auf das große Turnier eingestimmt wird. Wohlfühlen ist angesagt, Kontroverses nicht, beziehungsweise nicht mehr.
scheint der zuständige Redakteur die NZZ, die er später auch zitiert, nicht besonders aufmerksam verfolgt zu haben.
Dort wurde nämlich gestern schon das Vorrunden-Aus der Nati verkündet:
Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft wird – man mag das höchst bedauerlich finden – aller Voraussicht nach am 15. Juni, nach den drei Vorrundenspielen, die Segel streichen. [...]
Schwerer als die motivatorischen und physischen Probleme in Angriff und Abwehr wiegt aber die bis jetzt nicht erkennbare taktische Ausrichtung des Teams. [...]
Das Schweizer Spiel wird in der – vielleicht auch noch regennassen – Sackgasse enden.
Das klingt für mich nicht besonders nach überall fehlender Kontroverse.
Natürlich ist dieser Kommentar momentan eher die Ausnahme, aber vor einem Eröffnungsspiel würden wohl auch nur die Deutschen gross angelegt über die eigene Mannschaft herziehen. ;-)
Ausserdem steht der künftige Fussball-Europameister eh schon fest: Österreich
Den ganzen Film gibt es erfreulicherweise auch online.