Netz und Technik - Zapps Blog

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Beiträge zum Thema „Netz und Technik”

Google Chrome Beta

Momentan schreibt ja jeder was zu Googles neuem Browser, erstaunlich viele Kommentare sind sogar schon vor seiner Veröffentlichung erschienen. Die Marketingmasche des Suchmaschinengiganten scheint also voll aufzugehen, ähnlichen Wirbel machen sonst nur Produktankündigungen aus dem Hause Apple.

Da ich meine Gedanken zur neusten IE-Alternative für eine andere Seite schon mal zusammengefasst habe, hier nun auch mein Beitrag zum Chrome-Hype.

Erster Eindruck

Chrome wirkt aufgeräumt, die nur bei Bedarf eingeblendete Statusleiste spart Platz. Dafür lässt sich sein Layout momentan überhaupt nicht an eigene Wünsche anpassen. Wenn ich wollte, könnte ich z.B. Firefox auch entsprechend abrüsten, aber Chrome kann ich nicht aufrüsten.

Dass sich Chrome ungefragt und ohne dass man Einfluss darauf nehmen könnte unter

C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername\Lokale Einstellungen\ Anwendungsdaten\Google\Chrome\

installiert und damit geschickt die Benutzerrechte zur Installation neuer Programme aushebelt, passt ins unflexible Bild.

Der Google-Browser startet sauschnell, was ich aber nicht überbewerten mag. Der Browser wird schliesslich nur einmal gestartet und läuft dann stundenlang, da kommt es IMHO beim Start nicht auf jede Sekunde an. Ähnliches gilt für die Surfgeschwindigkeit, Chrome ist zweifellos schnell, aber mir sind bislang die anderen Browser auch nicht als übermässig langsam aufgefallen. Das WOW-Erlebnis ist bei mir jedenfalls ausgeblieben. Aber das war es auch schon, als Steve Jobs damals Safari zur Rakete unter den Browsern erklärte. ;-)

Schön ist, dass er wegen des WebKit-Unterbaus erwartungsgemäss solide arbeitet. Keine Probleme mit Seiten bislang und die Standardkonformität scheint in Ordnung zu sein. Ich wundere mich allerdings, dass Google die Marketinggelegenheit eines bestandenen Acid3-Tests ausgelassen hat. Da sind seine nahen Verwandten Safari 4 und WebKit Nightly schon weiter. Aber jeder weitere standardkonforme Browser, der vielleicht dem IE 6 (und 7) Marktanteile wegnehmen kann, ist schon mal positiv. Konzeptionell ist die Abschottung der Tabs voneinander eine gute Idee, auf die Microsoft im IE 8 ja auch schon gekommen ist. So reisst ein mieses Javascript nicht mehr den ganzen Browser in den Tod.

Schwächen sehe ich bei der Personalisierung. Ich finde die Tabs ganz oben ungünstig, da ich eher zwischen Tabs umschalte, als etwas in die Adresszeile eingebe. Chrome gibt mir keine Möglichkeit ihre Position zu ändern. Natürlich fehlen auch die ganzen Erweiterungen, die z.B. Firefox bietet und für mich unverzichtbar sind: AdBlock, Greasemonkey, NoScript, WebDeveloper etc.

Auch die individuelle Anpassung von Webseiten scheint Chrome (noch?) nicht zu unterstützen. Kein User-JavaScript oder User-Stylesheet, wie es Firefox oder Opera kennen, und die es mit etwas Hintergrundwissen ermöglichen, sich seine Stammseiten den eigenen Wünschen gemäss zu gestalten.

Die RSS-Unterstützung ist ebenfalls momentan sehr rudimentär bis nicht vorhanden. Chrome fragt ja nicht mal nach, was er machen soll, wenn er auf einen RSS-Feed trifft, Google sollte/wird hier sicher eine direkte Verbindung zum Google-Reader schaffen.

Ganz negativ ist natürlich die Tatsache, dass in Chrome eine individuelle Benutzer-ID steckt (daher wohl auch die individuelle Installation für jeden Benutzer), die es Google ermöglicht, die Surfgewohnheiten noch besser zu erforschen. Die Datenschutzerklärung überzeugt mich auch nicht richtig und es stellt sich schon die Frage, ob man einer Firma wirklich sein gesamtes Netznutzungsverhalten hinterherwerfen sollte. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Fazit

Chrome sieht nett und schnell aus, hat aber zumindest in der aktuellen Beta Schwächen im Detail und auch bei der Sicherheit.

Für mich ist er schon allein wegen der mangelnden Anpassungsfähigkeit und ganz abgesehen von eventuellen Datenschutzbedenken momentan keine Alternative zu Firefox und Opera.

Wii = E.T.?

Wenn man sich einen Überblick über aktuelle Methoden der Marktforschung verschaffen möchte, lohnt es sich, einen Blick in die Datenschutzerklärung zum Club Nintendo zu werfen.

Da finden sich so Perlen wie:

Wenn Sie eine Wii-Konsole besitzen [...] wird Nintendo Informationen über die Art und Weise, wie Sie Ihre Wii-Konsole und den Wii-Netzwerk-Service nutzen, verwenden. Dies beschränkt sich nicht nur auf Informationen über die Spiele, die Sie herunterladen und/oder spielen oder wie lange Sie sie spielen.

Das nicht nur im zweiten Satz finde ich sehr interessant. Ob die Wii dann wohl auch mein per Wii Fit ermitteltes Gewicht an die Japaner überträgt? Würde ich deshalb in Zukunft verstärkt Werbung von Burgerbratern oder Fitnessmagazinen bekommen?

Ich habe mal davon abgesehen, diesem Club beizutreten, und frage mich nun, welche Daten die Konsole jetzt schon nach Hause schickt.

Den Kauf des Browsers per Kreditkarte und die damit verbundene Möglichkeit, die dabei verwendete Konsole mit meinen personenbezogenen Daten zu verbinden, bereue ich schon fast.

Oder ist das Paranoia?

Wii: Browsen für Fortgeschrittene

Ich bin neuerdings stolzer Besitzer einer Wii und habe mir neben einem Muskelkater natürlich auch gleich den zur Konsole passenden Opera-Browser zugelegt.

Das Ding macht einen halbwegs brauchbaren Eindruck, wenn man sich die begrenzte Auflösung eines Nicht-HD-Fernsehers vor Augen hält. Mit der automatischen Zoomfunktion vergrössert er ausgewählte Container, was aber leider auch nicht immer ausreicht, um eine lesbare Schriftgrösse zu erreichen. Mit manuellem weiterzoomen und einem horizontalen Scrollbalken geht es dann aber immer, liquide Layouts sind klar im Vorteil.

Mit Ajax & Co kommt der Browser prinzipiell klar, wird aber bei damit stark angereicherten Seiten recht langsam. Bis sich bei Netvibes ein eingeblendeter Feed schliesst, vergeht ein merkliches Weilchen. Ausserdem scheint die Unterstützung nicht ganz stabil zu sein. Der Google-Reader, der scheinbar sogar für den Wii-Browser optimiert sein soll, schafft es reproduzierbar, die ganze Konsole zum Einfrieren zu bringen. Dann hilft nur noch ein beherzter Griff zum Power-Schalter.

Ich bin noch auf der Suche nach einem Online-Feedreader, der mit der Wii wirklich gut zu gebrauchen ist, und bei dem man vielleicht auch die Schriftgrösse online einstellen kann. Die Artikelfenster von Netvibes sind zu klein, Bloglines gefällt mir nicht und Google ist nicht stabil â€¦

Flash wird momentan nur bis Version 7 unterstützt, das heisst, dass YouTube-Videos auf dem Fernseher genossen werden können, neuere Anwendungen, wie das Southpark-Archiv, aber nicht funktionieren. PDFs werden nicht unterstützt.

Die Navigation mit der Wiimote ist recht problemlos. Textfelder füllt man, indem man mit der Wiimote auf einer virtuellen Tastatur die Buchstaben auswählt. Das geht erstaunlich schnell, gestern habe ich so spasseshalber auch mal einen Blogkommentar geschrieben. Dummerweise gibt es aber keine die Möglichkeit, mit der Wiimote Text zu kopieren, und auch ein benutzerdefiniertes Wörterbuch fehlt. Der Browser merkt sich ebenfalls keine Eingaben in Formularfeldern. So muss man einzelne Textbausteine, wie beispielsweise Login-Namen, immer wieder neu eintippen, statt auf einen Vorrat zurückgreifen zu können.

Eine Tastenkombination für „Zurück” und die Möglichkeit eine benutzerdefinierte Startseite einzurichten, die von überall her mit nur einem Klick zu erreichen wäre, vermisse ich ebenfalls.

Praktisch ist die Funktion der Konsole, aufzuleuchten, wenn auf der Wii-Pinnwand eine neue Nachricht eingeht. Diese Benachrichtigung funktioniert auch, wenn sich die Konsole im Standby-Modus befindet, sie kann also als einfacher E-Mail-Wächter funktionieren. Die Pinnwand nimmt allerdings nur Mails entgegen, die von einer ihr bekannten Adresse stammen. Daher habe ich für meine wichtigsten und weitgehend spamfreien Mailkonten eine Weiterleitung auf eine gmx-Adresse eingerichtet und dort einen Filter eingerichtet, der dafür sorgt, dass der Inhalt der Mails an die Wii weitergeschickt wird. Das Konto der Konsole bekommt so als Absender immer die gmx-Adresse präsentiert und stellt die Mails auf der Pinnwand dar. Das kann eine richtige Mailverwaltung nicht ersetzten, ist aber ein ganz nettes Zusatzfeature.

Hauptvorteil der Wii gegenüber dem grossen Rechner ist die schnelle Startzeit und die problemlose Verfügbarkeit. Ich bin mal gespannt, ob sich meine Internetnutzung dadurch ändern wird.

Google: Alle Eier in einem Korb

Was passiert, wenn man sein digitales Leben zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht, konnte man heute in weiten Teilen des deutschen Internets beobachten: Google war tot und die Deutsche Telekom weist die hartnäckigen Gerüchte zurück, sie wäre daran schuld gewesen.

Für die Leute, die Mails mit Google Mail schreiben, mit Google Maps navigieren, ihre Seitenstatistiken mit Google Analytics erstellen, die Textverarbeitung eingemottet haben und stattdessen Google Docs verwenden, Newsfeeds mit dem Google Reader verwalten und ohne die im Browser eingebaute Google-Suche aufgeschmissen sind, muss der Nachmittag die Hölle gewesen sein.

Für mich nicht. :-)

Das Napster-Gefühl

Erinnert sich noch jemand an Napster?

Nein, nicht die neue Firma, die mit DRM-verseuchten Musik-Abos versucht Geld zu machen, sondern das enfant terrible des Internets der Jahrtausendwende. Damals bekam man einen Eindruck davon, wie universelle Verfügbarkeit im Internet funktionieren könnte.

Fast jedes Musikstück konnte jederzeit mit Hilfe einer einfachen Software auf den Rechner geladen werden, von DRM, hohen Kosten oder Beachtung der Urheberrechte keine Spur.

Dass die Kostenfreiheit jedoch wahrscheinlich nicht der einzige Grund für den Erfolg von Napster war, zeigte wenig später der Erfolg von iTunes mit einem ähnlich einfachen Nutzungskonzept. Napster hat sicher eine wichtige Rolle bei der Etablierung der heutigen legalen Downloadportale gespielt, auch deshalb, weil es dem Benutzer gezeigt hat, was technisch möglich wäre, wenn die Rechteinhaber nur wollten.

Mit dem Abschalten des ursprünglichen Napster-Dienstes ging ein Stück benutzerfreundliche Anarchie verloren und ähnliches geschieht mit der Schliessung des Videoportals Stage6 gerade wieder.

Stage6 zeichnete sich im Gegensatz zu YouTube und anderen Konkurrenten durch die Möglichkeit aus, auch längere Filme in hoher Qualität verarbeiten zu können. Und so fanden sich dort zeitweise ganze Fernsehserien, Arte-Themenabende und jede Menge Spielfilme und Dokumentationen zum Abspielen oder auch zum einfachen Download. Freundlich gesagt war das ganze rechtlich ziemlich fragwürdig und es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Mutterunternehmen DivX Networks mit Klagen und Schadenersatzforderungen überzogen worden wäre. Nun hat die Firma unter dem Vorwand der hohen Kosten die Notbremse gezogen und wird den Dienst zum Ende des Monats einstellen.

Schade, denn Stage6 zeigt für das Fernsehen heute, was Napster damals für Musik gezeigt hat: Die Erfüllung des Traums, gewünschte Inhalte zu jedem Zeitpunkt in akzeptabler Qualität und DRM-frei zur Verfügung zu haben.

Selbst wenn man den Kostenfaktor aussen vor lässt, ist die heutige Fernsehwelt von diesem Ziel noch weit entfernt. ARD und ZDF bieten zwar mittlerweile Mediatheken an, deren Bedienung ist aber umständlich und es fehlt eine senderübergreifende Sammelstelle für Medieninhalte. Auf ausländische Fernsehsender hat man mit der falschen IP wegen lizenzrechtlicher Probleme keinen Zugriff, sogar das im Kabelnetz empfangbare Arte verweigert mit dem Hinweis, man wäre nicht in Deutschland oder Frankreich, gelegentlich die Wiedergabe eines Videos.

Stage6 hat gezeigt was technisch möglich ist, als Konsument kann man nur weiterhin davon träumen, dass es irgendwann auch einmal rechtlich machbar wird.

Warum der Newsfeed der NZZ bei mir aus dem Newsreader fliegt:

RSS-Feed, in dem jeder Artikel dreimal vorkommt.

Ohne Worte.

Datenschutz im Blog

Im März hat das Amtsgericht Berlin dem Bundesjustizministerium untersagt, personenbezogene Daten über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus zu speichern. Diese personenbezogenen Daten umfassen ausdrücklich auch die IP-Adressen.

Angesichts der bekanntgewordenen Praktik des Bundeskriminalamts, die Besucher bestimmter BKA-Seiten regelmässig über eine Provideranfrage an Hand ihrer IP-Adresse zu identifizieren, mag diese Entscheidung begrüssenswert sein. Andererseits weist Robert Basic in zwei Artikeln auf mögliche Konsequenzen dieses Urteils für Otto-Normal-Webmaster hin. Ob die momentan nur das Justizministerium betreffende Entscheidung eines unteren Gerichtes wirklich zu weiteren Prozessen und Abmahnungen führen wird, wird man sehen, allerdings sieht sich Patrik Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bemüssigt, in einem Telepolis-Interview folgendes klarzustellen:

„Zunächst einmal kann Klage nicht nur gegen Behörden erhoben werden, sondern auch gegen private Betreiber von Telemediendiensten im Internet, die unzulässigerweise das Nutzerverhalten personenbeziehbar protokollieren, so auch Heise Online.”

Eine grosse Breitenwirkung ist also durchaus beabsichtigt.

Mich hat diese ganze Geschichte dazu gebracht, mal über den Datenschutz und die Speicherung von Nutzerdaten im eigenen Blog nachzudenken, und herausgekommen ist dabei dieser ziemlich lange Artikel.

Relevante Daten fallen hier an mehreren Stellen an:

  1. Die IP-Adressen und andere Informationen, die über jeden Besucher der Seite ausgelesen werden können (Browser, Betriebssystem, Auflösung etc.), können vom Server und ggf. von Countern gespeichert werden.
  2. Prinzipiell die gleichen Daten fallen beim Abruf des RSS-Feeds an.
  3. Beim Schreiben von Kommentaren werden weitere Daten erhoben, die von Wordpress gespeichert werden (Name, Mailadresse, IP, ggf. Homepage).
  4. Angemeldete Benutzer haben bei ihrer Registrierung ebenfalls mindestens Mailadresse und Namen angegeben. Weitere Informationen können freiwillig preisgegeben worden sein.
  5. Für einige Komfortfunktionen setzt das Blog Cookies ein.

Die datenschutzrelevanten Vorgänge lassen sich also in drei Klassen unterteilen:

  1. Unbewusst preisgegebene Daten von Besuchern
    (Punkte 1 und 2)

    Serverlogs

    Standardmässig speichert der Webserver folgende Daten bei jedem Zugriff auf eine Webressource: IP-Adresse, Datum und Uhrzeit, angeforderte Ressource, Referer (darin sind ggf. Suchbegriffe identifizierbar), Browserinformation.

    Protokollzeilen sehen dann beispielsweise so aus, die IP-Adressen habe ich manuell anonymisiert, im Protokoll sind sie vollständig:

    81.62.xxx.xxx - - [04/Oct/2007:01:35:05 +0200] "GET /2007/09/30/free-burma/ HTTP/1.1" 200 24155 "http://www.google.ch/search?q=%22Free+Burma%22&hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&start=40&sa=N" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.8.1.7) Gecko/20070914 Firefox/2.0.0.7" 81.62.xxx.xxx - - [04/Oct/2007:01:35:06 +0200] "GET /wordpress/wp-content/themes/grau-gruen/style.css HTTP/1.1" 200 18754 "http://zappsblog.de/2007/09/30/free-burma/" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.8.1.7) Gecko/20070914 Firefox/2.0.0.7"

    Weitere Information zu den Logfiles finden sich bei apache.org.

    Das gestrige Protokoll besteht aus 6900 solcher Zeilen, die manuell kaum auswertbar sind. Ich schaue recht selten in die Logfiles und wenn, dann mit Hilfe des Tools Webalizer. Webalizer gibt u.a. Listen der Rechner (IP-Adressen) aus, die am häufigsten auf den Server zugegriffen und im grössten Umfang Daten transferiert haben. Naturgegebenermassen sind das an erster Stelle meine eigenen Zugriffe und die der typischen Suchmaschinenrobots.

    Da die Protokolldateien den Zugriff auf alle auf dem Webserver liegenden Dateien festhalten, kann man damit entdecken, wenn sich jemand unberechtigt Zugriff auf den Server verschafft hat und dort nun beispielsweise Videos, MP3s oder schlimmeres hostet. Über die gespeicherten IP-Adressen könnten die Strafverfolgungsbehörden mit viel Glück eventuell auch den Übeltäter identifizieren. Als Privatperson hat man keine Möglichkeit, mit ihrer Hilfe die Realdaten des Benutzers herauszufinden.

    Counter

    Ich setze zusätzlich zu den Serverlogs den chCounter ein, der weitergehende Informationen über die Besucher sammelt. Ein typischer chCounter-Datensatz sieht so aus:

    Diese vollständigen Datensätze werden momentan 24h lang gespeichert, anschliessend sind die Daten nur noch auseinandergerissen in allgemeinen Statistiken verfügbar. Die Speicherzeit ist technisch bedingt und verhindert ansatzweise dass doppelte Zählen von Benutzern.

    Auf externe Counter habe ich mittlerweile vollständig verzichtet, lediglich beim Abrufen des FeedBurner-Newsfeeds wird auf einen externen Dienst zurückgegriffen, bei dem die Datenschutzbedingungen von Google gelten.

    Bei Google besteht prinzipiell die Möglichkeit, dass die Firma die Daten, die bei der Benutzung von FeedBurner, Google Reader, Google Suche, Google Mail und den weiteren Diensten anfallen, miteinander verknüpfen und so ein weit umfassenderes Nutzerprofil erstellen könnte, als es einem kleinen Webmaster möglich wäre. Daher biete ich für Benutzer, die dieser Firma kritisch gegenüber stehen, einen von mir selbst gehosteten Artikelfeed an, bei dem aber natürlich die Komfortfunktionen von FeedBurner fehlen. Abgesehen vom grossen FeedBurner-Artikelfeed sind alle anderen Feeds (z.B. alle Kommentarfeeds) von mir selbst gehostet. Lesenswert ist dazu auch meine Übersichtsseite zu den RSS-Feeds.

  2. Freiwillige Angaben
    (Punkte 3 und 4)

    Die Speicherung von freiwillig angegebenen Daten inklusive der momentanen IP-Adresse sollte eigentlich selbstverständlich sein und ich sehe darin kein grundsätzliches Datenschutzproblem. Die Daten werden in keiner Weise überprüft und mir gegenüber ist ein anonymes Auftreten gewährleistet. Lediglich Strafverfolgungsbehörden könnten innerhalb einer begrenzen Zeit die IP-Adresse mit dem Realnamen verknüpfen.

    Die Kommentar-Abo-Funktion ist logischerweise auf die Speicherung der Mailadressen der Abonnenten angewiesen.

  3. Auf dem Rechner des Besuchers gespeicherte Daten
    (Punkt 5)

    Das Blog ist komplett mit abgeschalteten Cookies nutzbar, lediglich einige Komfortfunktion funktionieren dann nicht. Der Status der Kommentar-Mail-Abos ist ohne Cookies nicht abrufbar und auch das dauerhafte Einloggen als registrierter Leser ist so nicht möglich.

    Die Cookies beinhalten nur die für diese Funktionen notwendigen Informationen und sind durch den Benutzer problemlos entfernbar, ich sehe kein Datenschutzproblem in ihnen.

Die momentane Konfiguration des Blogs hinsichtlich des Datenschutzes lässt mich mit einem halbwegs guten Gewissen schlafen, eine eindeutige Identifizierung von Besuchern ist mir prinzipiell nicht möglich und meinem Verständnis von Datensparsamkeit werde ich gerecht.

Ob die Serverlogs auch mit einer anonymisierten IP gespeichert werden können, wird sich zeigen, wenn meine entsprechende Anfrage von meinem Hoster all-inkl.com beantwortet wurde. Da diese Logs von aussen nicht zugänglich sind, mir die IP-Adressen direkt keine verwertbaren Informationen liefern und die Logs eher als Rückversicherung im Katastrophenfall dienen, habe ich eigentlich auch keine Probleme mit ihnen. Man sollte sich bewusst sein, dass diese Daten von so gut wie allen Webservern gespeichert werden, denen man im Internet begegnet. Sollte sich die Rechtsauffassung des Amtsgerichts Berlin auf breiter Front durchsetzen, steht dem deutschen Teil des WWW einiges an Konfigurationsarbeit bevor, ein echter Schutz ist dadurch aber auch noch nicht gewährleistet, da spätestens die Server im Ausland munter weiterprotokollieren werden.

Als Webmaster mal darüber nachzudenken, welche Daten seiner Besucher man überhaupt erhebt und wo und wie lange diese gespeichert werden, ist aber auf jeden Fall lohnenswert. Aufgrund dieser Überlegungen ist bei mir z.B. der Flashcounter aus dem Blog verschwunden und ich weise nun an mehreren Stellen deutlicher auf den FeedBurner-freien Alternativfeed hin.

Babylon 5 – Vergessene Legenden

And Stephen?
Oh, I thought you heard.
Dr. Franklin went with G’Kar, exploring beyond the Rim.

Heute lag sie endlich im Briefkasten, die lange erwartete DVD mit den neuen Geschichten aus dem Babylon-5-Universum.

Neun Jahre nach der letzten Episode der Originalserie und nach zwei gescheiterten Anläufen, Nachfolgeserien zu etablieren, trägt das Direct-to-DVD-Projekt Babylon 5 - Vergessene Legenden (The Lost Tales) mit der DVD Stimmen aus dem Dunkel (Voices in the Dark) erste Früchte. Und der Brückenschlag zur alten Serie gelingt tatsächlich bereits im Vorspann, der optisch und akkustisch deutlich Anleihen bei der letzen Staffel nimmt. Besonders gelungen ist der von G’Kar –  bzw. dem 2006 verstorbenen Andreas Katsulas – gesprochene Einleitungstext, der beim Babylon-5-Kenner fast Wehmut aufkommen lässt.

Die beiden Episoden sind ausgesprochen dialoglastig, der Spannungsfaktor ist eher gering. Mich erstaunt immer wieder die Vorliebe des bekennenden Atheisten J. Michael Straczynski für religöse Themen, die er in der ersten Episode vielleicht etwas zu sehr ausgelebt hat. Der zweite Teil ist Babylon-5-typischer und mit dem Centaurischen Prinzen Dius Vintari wird eine neue Figur eingeführt, von der man vielleicht in Zukunft noch hören wird. Überhaupt bleiben bei beiden Geschichten wie gewohnt jede Menge Fragen unbeantwortet (Was hat es wohl mit der Kette, die Sheridan von Galen bekommen hat, auf sich?), und es gibt reichlich Anknüpfungspunkte für zukünftige Episoden. Das Set-Design ist relativ sparsam (immerhin waren die Dreharbeiten günstiger als geplant), die Station wirkt dadurch gelegentlich etwas leer. Die Spezialeffekte sind aber auf der Höhe der Zeit und von aussen ist die Station deutlich detailreicher ausmodelliert als in der Originalserie.

Neue Fans wird B5 durch diese DVD sicher nicht gewinnen können, dazu sind die Geschichten zu ruhig und benötigen zu viel Vorwissen, um wirklich genossen zu werden. Für B5-Kenner ist Voices in the Dark aber ein gelungener Anlass, etwas in Erinnerungen zu schwelgen und die alten Staffeln wieder hervorzukramen.

Überhaupt ist meiner Meinung nach Babylon 5 in Deutschland im Vergleich zu den anderen grossen S.F.-Serien zu unbekannt, neben Star Trek braucht sich diese Serie sicher nicht zu verstecken und ein ähnlich staffelübergreifender Handlungsstrang wie bei B5 ist mir erst bei Battlestar Galactica wieder begegnet. Ich selbst bin auch erst seit dem Kauf des damals äusserst günstigen Komplett-Sets ein Fan des Babylon-5-Universums mit seiner komplexen Handlung und den vielschichtigen Charakteren geworden, kann aber jedem S.F.-Freund nur empfehlen, mal einen Blick darauf zu werfen.

Blogperlen-Feedflare

Einigen Lesern mögen die Links zu Mr. Wong, Digg und anderen Diensten aufgefallen sein, die in meinem RSS-Feed unter den Artikeln erscheinen. Diese Verweise werden automatisch durch FeedBurner eingefügt, dem Service, bei dem ich den RSS-Feed hoste. Zuständig sind dafür sogenannte Feedflares, kleine XML-Schnipsel, mit denen sich beliebige Links gestalten lassen.

Nun habe ich meine erste eigene Feedflare geschrieben, die das Vorschlagen eines Beitrags als Blogperle ermöglicht.

Über Blogperlen gibt es jede Menge Infos bei Robert Basic, der das Projekt initiiert hat. Ich bin gerade wieder über Peter Kröner auf diese Idee, gute Artikel aus kleinen Blogs zu pushen, gestossen.

Feed to JavaScript

Als momentan beste Lösung zu meinem im Beitrag Cookies prinzipiell „fies und hinterhältig”? beschriebenen Problem habe ich nun den Feed to JavaScript-Service von feed2js.org gefunden. Er erstellt ein JavaScript, mit dessen Hilfe man den Inhalt eines beliebigen RSS-Feeds in eine Internetseite einbauen kann. Das Ganze ist ziemlich frei konfigurierbar, Cookie-frei und ohne Werbung.

Wichtig war für mich im konkreten Fall, dass die erzeugten Links ein beliebiges target-Attribut mitbekommen können, da ich sie über target="_parent" den Signatur-Iframe sprengen lassen möchte.

Für Anwender wie mich, die momentan keinen Webspace zur Verfügung haben, der eine Scriptsprache wie PHP unterstützt, scheint mir dieser Service die optimale Möglichkeit, den RSS-Feed in HTML umzuwandeln. Allerdings mit der Einschränkung, dass Besucher, die JavaScript abgeschaltet haben, nichts bzw. nur einen Link zum Feed zu sehen bekommen.