Beiträge zum Thema „Medien”
Treffend
Gerade in den Kommentaren beim Niggemeier gelesen:
Ohne Zweifel der bislang dämlichste Artikel auf Spon seit gestern.
Hat mich doch zum Schmunzeln gebracht.
Links zum Artikel "Treffend":
- 15. März 2009 –
- Medien
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Filmtipp: Young@Heart
Die Doku über einen Seniorenchor, der Rock- und Punksongs singt, ist der in jede Richtung bewegendste Film, den ich je im Kino gesehen habe. Die geballte Ladung Lebensfreude aber auch tiefer Trauer macht Young@Heart zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art.
Unbedingt anschauen und auf keinen Fall die Taschentücher vergessen. Spätestens wenn Fred Knittle für seine kurz vor dem Auftritt gestorbenen Chorkollegen Coldplays „Fix You“ singt, werden sie gebraucht werden.
Links zum Artikel "Filmtipp: Young@Heart":
Battlestar ZDF
Wenn bei einer Dokumentation über die heißesten Momente des Kalten Krieges
auf einmal ein paar Takte Battlestar Galactica durchklingen, finde ich das schon irgendwie geschmacklos.
Andererseits ist es eine schöne Metapher für die Situation der ZDF-Geschichtssendungen in der Ära Guido Knopp.
Links zum Artikel "Battlestar ZDF":
Gehacktes bei Spiegel online
Wenn ich am LHC forschen würde, wüsste ich nicht, ob ich mich über die Medien amüsieren oder grün und blau ärgern sollte.
An „Gottesteilchen“, „Urknall-Maschine“ und ähnlichen Quark hätte ich mich bestimmt mittlerweile gewöhnt, aber wie reagiert man angemessen auf den neusten Coup Deutschlands beliebtester Boulevard-Internetseite?
Spiegel online (Screenshot vom 13.09.)
Wenn man diesen Bericht aus dem Spiegel-Wissenschaftsressort(!) mit der entsprechenden Heise-Meldung vergleicht, kann man sich bloss fragen, ob die beim Spiegel wirklich so doof oder einfach nur unverantwortlich sind.
Ich glaube, ich würde mich für das Ärgern entscheiden.
Update (14.09.2008):
Der Angestellte mit funktionierendem Bullshit-Detektor muss den Dienst angetreten haben, mittlerweile hat auch bei Spiegel online das Wörtchen Website
den Weg in den Artikel gefunden. Die Stellungnahme des CERNs zum Vorfall fehlt aber immer noch.
Ältere Blogeinträge zum LHC:
Links zum Artikel "Gehacktes bei Spiegel online":
Kurze Richtigstellung
Bevor ich mich gleich zum Public Viewing und dem EM-Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien aufmache, noch eine kurze Richtigstellung.
Wenn Spiegel Online schreibt:
Ob beabsichtigt oder nicht, ganz im Stil der idyllischen Ferienkulisse gestaltet sich auch die Berichterstattung, mit der das Alpenvolk auf das große Turnier eingestimmt wird. Wohlfühlen ist angesagt, Kontroverses nicht, beziehungsweise nicht mehr.
scheint der zuständige Redakteur die NZZ, die er später auch zitiert, nicht besonders aufmerksam verfolgt zu haben.
Dort wurde nämlich gestern schon das Vorrunden-Aus der Nati verkündet:
Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft wird – man mag das höchst bedauerlich finden – aller Voraussicht nach am 15. Juni, nach den drei Vorrundenspielen, die Segel streichen. [...]
Schwerer als die motivatorischen und physischen Probleme in Angriff und Abwehr wiegt aber die bis jetzt nicht erkennbare taktische Ausrichtung des Teams. [...]
Das Schweizer Spiel wird in der – vielleicht auch noch regennassen – Sackgasse enden.
Das klingt für mich nicht besonders nach überall fehlender Kontroverse.
Natürlich ist dieser Kommentar momentan eher die Ausnahme, aber vor einem Eröffnungsspiel würden wohl auch nur die Deutschen gross angelegt über die eigene Mannschaft herziehen. ;-)
Ausserdem steht der künftige Fussball-Europameister eh schon fest: Österreich
Den ganzen Film gibt es erfreulicherweise auch online.
Links zum Artikel "Kurze Richtigstellung":
Filmisch auf den Punkt gebracht
Wenn man eine gute Filmparodie sehen möchte, empfiehlt es sich heute scheinbar nicht, Pro7 zu schauen.
Erfreulicherweise bietet aber YouTube ein geeignetes Kontrastprogramm zur deutschen Fernsehkatastrophe:
Weitere Filme nach dem Motto kurz und knackig
gibt’s im 5-Second-Movies-Channel.
Links zum Artikel "Filmisch auf den Punkt gebracht":
Ein Gütesiegel für Qualitätsjournalismus?
So ganz verstehe ich ja nicht, warum immer wieder ein Konflikt zwischen klassischen Medien und den Publikationsformen im Internet herbeigeschrieben werden muss.
Es gibt in beiden Bereichen absolut hochwertige Angebote und echten Schund, jeder Bildblogleser wird sich das Lachen bei folgender Aussage kaum verkneifen können:
Was schwarz auf weiß gedruckt ist, kann man in der Regel glauben. Hinter solchen Publikationen stehen Journalisten, die sich einem Berufsethos verpflichtet fühlen und über die Chefredakteure wachen. So ist die Qualität von Berichterstattung und Analyse sicher gestellt. Im Internet weiß man oft nicht genau, ob die veröffentlichten Artikel wirklich stimmen.
Es spricht prinzipiell nichts gegen das Gütesiegel für Qualitätsangebote, welches im taz-Artikel gefordert wird, solange es für alle Publikationsformen greift.
Wie wohl Bildzeitung und Frisörpublikationen mit der Verweigerung des Siegels umgehen würden?
Links zum Artikel "Ein Gütesiegel für Qualitätsjournalismus?":
- 10. März 2008 –
- Medien
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SPON ist die Jugend wohl nicht schlimm genug
„Der Umgang mit Hardcore-Porno-Filmchen, die auf Teenager-Handys kursieren, trägt in der Schweiz erste Früchte: Einem Bericht zufolge gehen Jugendliche heutzutage lieber ins Bordell als ins Kino oder in die Eisdiele.”
So leitet Spiegel Online den Artikel Minderjährige Freier - Teenager gehen gern ins Bordell ein, in dem sich die Autoren auf einen Bericht in der heutigen Ausgabe der Schweizer 20minuten beziehen. Wo sie in dem betreffenden Artikel (Trend: Teenager als Bordellgäste) die Aussage gefunden haben, dass Jugendliche mittlerweile lieber ins Bordell als ins Kino gehen, ist mir allerdings schleierhaft.
Vielmehr findet sich in der Schweizer Gratiszeitung ein paar Seiten hinter dem Bordell-Artikel folgendes: Neun von zehn Jugendlichen gehen sehr gerne ins Kino.
Da drängt sich doch nun die Schlussfolgerung auf, dass in der Welt von Spiegel Online zehn von zehn Jugendliche gerne in den Puff gehen.
Schade, dass ein durchaus interessantes Thema («Oft verlangen sie Praktiken, wie man sie aus den Internet- und Handy-Pornos kennt, die unter den Jugendlichen kursieren.») unbedingt auch noch billig aufgebauscht werden muss.
Links zum Artikel "SPON ist die Jugend wohl nicht schlimm genug":
Das Napster-Gefühl
Erinnert sich noch jemand an Napster?
Nein, nicht die neue Firma, die mit DRM-verseuchten Musik-Abos versucht Geld zu machen, sondern das enfant terrible des Internets der Jahrtausendwende. Damals bekam man einen Eindruck davon, wie universelle Verfügbarkeit im Internet funktionieren könnte.
Fast jedes Musikstück konnte jederzeit mit Hilfe einer einfachen Software auf den Rechner geladen werden, von DRM, hohen Kosten oder Beachtung der Urheberrechte keine Spur.
Dass die Kostenfreiheit jedoch wahrscheinlich nicht der einzige Grund für den Erfolg von Napster war, zeigte wenig später der Erfolg von iTunes mit einem ähnlich einfachen Nutzungskonzept. Napster hat sicher eine wichtige Rolle bei der Etablierung der heutigen legalen Downloadportale gespielt, auch deshalb, weil es dem Benutzer gezeigt hat, was technisch möglich wäre, wenn die Rechteinhaber nur wollten.
Mit dem Abschalten des ursprünglichen Napster-Dienstes ging ein Stück benutzerfreundliche Anarchie verloren und ähnliches geschieht mit der Schliessung des Videoportals Stage6 gerade wieder.
Stage6 zeichnete sich im Gegensatz zu YouTube und anderen Konkurrenten durch die Möglichkeit aus, auch längere Filme in hoher Qualität verarbeiten zu können. Und so fanden sich dort zeitweise ganze Fernsehserien, Arte-Themenabende und jede Menge Spielfilme und Dokumentationen zum Abspielen oder auch zum einfachen Download. Freundlich gesagt war das ganze rechtlich ziemlich fragwürdig und es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Mutterunternehmen DivX Networks mit Klagen und Schadenersatzforderungen überzogen worden wäre. Nun hat die Firma unter dem Vorwand der hohen Kosten die Notbremse gezogen und wird den Dienst zum Ende des Monats einstellen.
Schade, denn Stage6 zeigt für das Fernsehen heute, was Napster damals für Musik gezeigt hat: Die Erfüllung des Traums, gewünschte Inhalte zu jedem Zeitpunkt in akzeptabler Qualität und DRM-frei zur Verfügung zu haben.
Selbst wenn man den Kostenfaktor aussen vor lässt, ist die heutige Fernsehwelt von diesem Ziel noch weit entfernt. ARD und ZDF bieten zwar mittlerweile Mediatheken an, deren Bedienung ist aber umständlich und es fehlt eine senderübergreifende Sammelstelle für Medieninhalte. Auf ausländische Fernsehsender hat man mit der falschen IP wegen lizenzrechtlicher Probleme keinen Zugriff, sogar das im Kabelnetz empfangbare Arte verweigert mit dem Hinweis, man wäre nicht in Deutschland oder Frankreich, gelegentlich die Wiedergabe eines Videos.
Stage6 hat gezeigt was technisch möglich ist, als Konsument kann man nur weiterhin davon träumen, dass es irgendwann auch einmal rechtlich machbar wird.
Links zum Artikel "Das Napster-Gefühl":
Die europäischen Oscars
Wenn man einen Blick auf die diesjährigen Oscar-Gewinner wirft, kann man als Europäer eigentlich ziemlich zufrieden sein:
| Beste Schauspielerin: | Marion Cotillard | Französin | La Vie en Rose |
| Weibliche Nebenrolle: | Tilda Swinton | Schottin | Michael Clayton |
| Bester Schauspieler: | Daniel Day-Lewis | Brite/Ire | There will be Blood |
| Männliche Nebenrolle: | Javier Bardem | Spanier | No Country for Old Men |
| Art Direction: | Dante Ferretti Francesca Lo Schiavo | Italiener | Sweeney Todd |
| Ausländischer Film: | Die Fälscher | Österreich | |
| Makeup: | Didier Lavergne Jan Archibald | Franzose ? | La Vie en Rose |
| Musik: | Dario Marianelli | Italiener | Atonement |
| Song: | Glen Hansard Marketa Irglova | Ire Tschechin | Once |
| Animierter Kurzfilm: | Suzie Templeton Hugh Welchman | Briten | Peter und der Wolf |
| Kurzfilm: | Philippe Pollet-Villard | Franzose | Le Mozart des Pickpockets |
(Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr. Die Oscar-Macher hätten ja ruhig mal die Biographien der Gewinner online stellen können.)
Hollywood scheint ein Herz fürs alte Europa zu haben. ;-)
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Interessant, dass der Sweeny-Todd-Zusammenschnitt, den Pro7 in den Werbepausen präsentierte, keine einzige Gesangseinlage bot. Um die gesanglosen Stellen im Film zu finden, müssen sie sich die Pro7-Cutter ziemlich angestrengt haben, daher grenzt dieser Trailerzusammenschnitt schon an eine bewusste Irreführung der potentiellen Kinogänger.
Der No Country for Old Men-Trailer lief übrigens gefühlte 150 mal und auch an Daniel Day-Lewis konnte man sich in den Werbepausen mehr als satt sehen. Das war aber immer noch besser, als im ORF zwei einschläfernden Österreichern zuzuhören, die es nie schafften, pünktlich zur Fortsetzung der Show wieder nach Hollywood zu schalten.
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Insgesamt fand ich die Show so lala. Obwohl die Einführung von Jon Stewart recht gelungen war, wirkte das ganze Programm etwas heruntergespult und ich hatte stellenweise den Eindruck, in Stewarts Daily Show gelandet zu sein. Wahrscheinlich haben nach dem Autoren-Streik kurzfristig seine Stamm-Schreiber die Oscar-Gags zu Papier bringen müssen.
Ich werde mich auch nie daran gewöhnen können, dass die Oscar-Verleihung nach der letzten Trophäen-Übergabe so schlagartig endet. Immerhin hat Stewart noch einen guten Heimweg gewünscht, den habe ich zum Lichtschalter dann auch gehabt.
