2008 Oktober - Zapps Blog

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Monatsarchiv Oktober 2008

Persönliche Grenzen von Ökologie und Ökonomie

Spätestens wenn in S-Bahn oder Bus nicht mehr nur Fahrkarten kontrolliert, sondern auch Taschen durchsucht werden, schaffe ich mir ein Auto an.

Seit einiger Zeit findet sich übrigens das Blog des Sicherheitsexperten und regelmässigen Wired-Autors Bruce Schneier in meiner Blogroll. Hier der zur Meldung passende Artikel daraus: Terrorists Don't Do Movie Plots.


Blaue Zone

Die Frage, wie lange man sein Fahrzeug mit einer Parkscheibe nun wirklich in einer Blauen Zone parken parkieren darf, stellt sich wahrscheinlich nur Einwanderern oder Touristen, anders kann ich mir nicht erklären, dass sich diese Information nicht in einer allgemeingültigen Form im Netz finden lässt.

Soweit ich herausgefunden habe, gilt schweizweit folgendes:

  • Art. 48 Signalisationsverordnung (SVV):

    Ohne zusätzliche Anzeige einer zeitlichen Beschränkung (Blaue Zone): An Werktagen gilt für Fahrzeuge zwischen 08.00 und 19.00 Uhr eine beschränkte Parkzeit. Gilt die Beschränkung auch an Sonn- und Feiertagen, wird dies auf einer Zusatztafel angegeben. Die Parkscheibe nach Anhang 3 Ziffer 1 regelt die Parkzeiten.

    Samstag ist ein Werktag.

  • Medienmitteilung des Bundesamts für Strassen:

    Unverzüglich nach dem Parkieren von Fahrzeugen ist auf der neuen Parkscheibe der Pfeil auf den der Ankunftszeit nachfolgenden Strich einzustellen. Ausgehend von dieser Einstellung beträgt die zulässige Parkdauer in der Blauen Zone eine Stunde.

Über Mittag scheint es eine Sonderregelung zu geben, für die ich allerdings keine nationale Quelle gefunden habe. Mindestens In vielen, wenn nicht in allen Städten, gilt wie in Zürich oder Oberglatt:

Bei einer effektiven Ankunftszeit zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr gilt die Parkerlaubnis bis 14.30 Uhr, bei einer effektiven Ankunftszeit zwischen 18.00 Uhr und 08.00 Uhr bis 09.00 Uhr.

Leider konnten die Schweizer, die ich zum Thema befragt habe, mir nicht sagen, ob das auch in Bern beziehungsweise der ganzen Schweiz gilt.

Eine Suche auf den Internetseiten der Stadt Bern wirft zwar eine Seite mit der vielversprechenden Überschrift Parkieren in blauen und weissen Zonen heraus, in der dort zu findenden Textwüste findet sich allerdings keine Information zum kostenlosen Kurzzeitparkieren. Die Angabe der Site von Bern Tourismus ist bestenfalls irreführend:

Wer mit einem Auto unterwegs ist, tut gut daran, die Parkings zu benutzen oder auf die Blauen Zonen (Parkdauer maximal 1,5 Stunden, mit Parkscheibe) auszuweichen.

Aber wahrscheinlich lernen Schweizer das alles in der Fahrschule und es ist selbstverständlich, dass die Regelungen bundesweit gelten. Nur wäre es schon schön, wenn man das als Zugereister auch mal nachlesen könnte oder wenn man Freunde hätte, die sich besser an ihre Fahrschulzeit erinnern können.

Nachtrag: Offizielles aus Bern

Nach drei E-Mails habe ich folgendes Szenario von der zuständigen Stelle in Bern bestätigt bekommen: Wenn ich den Wagen um 8:31 Uhr abstelle und die Parkscheibe auf 9:00 Uhr stelle, muss ich ab 10:00 Uhr mit einer Busse rechnen. Zu der Mittagsregelung hat sich meine Gesprächspartnerin leider nicht geäussert und eine vierte Mail erspare ich uns beiden jetzt lieber.

Als Alternative zur Parkscheibe bekommt man in Bern an den Fahrkartenautomaten von Bernmobil auch für 15 Franken eine Tages- oder für 8 Franken eine 4-Stunden-Parkkarte für die Blaue Zone. Diese gelten sofort ab dem Kaufzeitpunkt, bei der Polizei gibt es auch Tagesparkkarten, die man selbst ausfüllen kann.


Filmtipp: Young@Heart

Die Doku über einen Seniorenchor, der Rock- und Punksongs singt, ist der in jede Richtung bewegendste Film, den ich je im Kino gesehen habe. Die geballte Ladung Lebensfreude aber auch tiefer Trauer macht Young@Heart zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art.

Unbedingt anschauen und auf keinen Fall die Taschentücher vergessen. Spätestens wenn Fred Knittle für seine kurz vor dem Auftritt gestorbenen Chorkollegen Coldplays „Fix You“ singt, werden sie gebraucht werden.

YouTube


„Wir sind da für die Ewigkeit“

Das ist bislang die beruhigendste Aussage, die ich von einem Banker zur Finanzkrise gehört habe.

Wenn ich in mein Portemonnaie schaue, in dem sich bisweilen hundert Jahre alte Münzen finden, glaube ich das dem Chef der Schweizerischen Nationalbank sogar. ;-)


Stockalperweg: Schallberg - Simplonpass - Simplon Dorf

Zitat DRS3 vom Sonntag Morgen: Wer heute nicht Wandern geht ist selber Schuld. Wie praktisch, dass ich da schon meine sieben Sachen zusammengsucht hatte, um den Herbsttag in vollen Zügen zu geniessen.

Auf die Light-Variante der ersten Etappe des Stockalperweges hatte ich schon länger ein Auge geworfen, nur die für meine Verhältnisse recht vielen Höhenmeter hatten mich bislang etwas abgeschreckt.

Der Anstieg war dann doch nicht so schlimm und statt 5-6 Stunden, wie in der Wegbeschreibung angegeben, habe ich nur 3 Stunden bis zum Pass benötigt. Das deckte sich dann ganz gut mit der Angabe auf dem Schild in Schallberg, die Zeitangaben auf den Wegweisern sind in der Schweiz überhaupt ziemlich brauchbar.

Da ich nicht schon gegen Mittag zurück fahren wollte und das Wetter klasse und meine Kondition noch brauchbar war, habe ich dann einfach noch die zweite vorgeschlagene Tagesetappe angehängt und bin nach Simplon Dorf weitergelaufen. Bis nach Gondo habe ich es dann allerdings nicht mehr geschafft. ;-)

  • Postautohaltestelle Schallberg, im Hintergrund eine Strassenbrücke.
  • Bergbach mit einigen Stegen aus Holz.
  • Durchgefaulte Bohlen eines Steges.
  • Bergpanorama
  • Verfallenes Haus am Bach.
  • Stark ansteigender Waldweg.
  • Bergpanorama
  • Schild: Simplon Pass 2005 m
  • Steinerner Adler
  • Schild: Durchfahrt für Panzer verboten.
  • Herbstlicher, gelb gefärbter Lärchenwald.
  • Panorama mit Wiese im Vordergrund, bewaldete Hügel im Hintergrund.

Die Schweiz vor dem Bankrott?

Das könnte man fast annehmen, wenn man Spiegel online liest:
„Der Finanzplatz Schweiz wird bluten“

Zu diesem Artikel hätte ich ein paar Zusatzinformationen:

  • Allein durch den langfristig geplanten Verkauf von 37 Tonnen Gold aus den staatlichen Goldreserven werden bis September 2009 bei aktuellem Goldpreis um die 1 Mrd. US-Dollar in die Schweizer Staatskasse fliessen.

    Und dann wären da noch 1000 Tonnen Gold im Tresor der Nationalbank, die dank der Bankenkrise stetig im Wert steigen. Sollte es tatsächlich zu einer Staatskrise kommen, wovon ich nicht ausgehe, besteht also ein erheblicher Spielraum

  • Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern betrug der Überschuss des Schweizer Bundeshaushaltes im letzten Jahr 4 Mrd. Franken. Ein Zeichen für schlechte Finanzpolitik?

  • Tatsächlich wird das eidgenössische Finanzministerium momentan kommissarisch von der Justizministerin geleitet, die dafür auf einer ausserordentlichen Bundesratssitzung von anderen Aufgaben entbunden wurde.

    Allerdings war Frau Widmer-Schlumpf vor ihrer Wahl in den Bundesrat neun Jahre lang Finanzministerin des Kantons Graubünden und die letzten sechs Jahre Präsidentin der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren. Ihr Sachverstand in Finanzangelegenheiten ist unbestritten.

  • Hinter dem, was der Autor bei Spiegel online leichthin als „Kreislaufkollaps“ beschreibt, verbergen sich Herzstillstand, künstliches Koma und Notoperation mit fünf Bypässen. Natürlich befindet sich Bundesrat Merz momentan in der Reha.

Sicher wird die Bankenkrise nicht spurlos an der Schweiz vorbeigehen, von einem Staatsbankrott und miserablem Krisenmanagement kann meiner Meinung nach aber keine Rede sein.