„Deutsche“ Atomwaffen gegen den Iran? - Zapps Blog

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„Deutsche“ Atomwaffen gegen den Iran?

Man müsse an der atomaren Abschreckungsstrategie festhalten, sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Eckart von Klaeden (CDU), der "Berliner Zeitung". Die Waffen müssten selbstverständlich nach den höchsten Sicherheitsstandards gelagert werden, aber "wir können nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns".

Spiegel Online

Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."

AFP

Mich würde ja mal interessieren, wie uns die maximal 44 taktischen Atomwaffen, die auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel gelagert werden, vor einer „Geiselnahme” durch den Iran schützen sollen.

Möchte Herr von Klaeden ernsthaft damit drohen, dass im Extremfall Bundeswehrtornados non-stop bis nach Teheran fliegen würden, um dort ihre atomare Fracht abzuwerfen? Oder denkt er daran, dass im Rahmen der nuklearen Teilhabe mit amerikanischen Atomwaffen bestückte deutsche Flugzeuge unterwegs in der Türkei einen Tankstopp einlegen würden?

Karte mit eingezeichnetem Einsatzradius des Tornados, dieser reicht gerade bis in die Türkei hinein.Ungefährer Einsatzradius eines Tornado-Jagdbombers mit Stationierungsort Büchel. Quelle: Wikipedia

Warum haken Journalisten bei so schwachsinnigen Argumenten eigentlich nicht noch mal nach?


Kommentare:

  1. 1 · reizzwecke am 23. Juni 2008, 10:45 Uhr

    Warum haken Journalisten bei so schwachsinnigen Argumenten eigentlich nicht noch mal nach?

    Warum meinst Du, sollten sie bei dem Thema etwas tun, was sie sich zu jedem anderen Thema auch verkneifen. Ich fürchte, die können das gar nicht mehr.
    Diese Kritiklosigkeit ist unheimlich gefährlich. Ich bin heilfroh, dass es Blogs gibt.


  2. 2 · Zapp am 23. Juni 2008, 11:23 Uhr

    Ich gebe zu, es war eher eine resignierte rhetorische Frage.

    Über das kritiklose Schlucken reflexhafter Politiker-Aussagen kann ich mich halt immer noch aufregen. Das wäre doch eigentlich die Stärke der professionellen Journalisten: Hintergrundinfos um Nachrichten einordnen zu können.

    Aber in Zeiten von sinnlosen Bilderstrecken und Agenturmeldungsabtipperei ist das wohl wirklich zu viel verlangt.

    Wenn im Schweizer Fernsehen im Untertitel des Deutschlandliedes die erste Strophe zu finden ist und selbst die ARD die Deutschland-Fahne nicht auf die Reihe bekommt, kann man wirklich nur resignieren.

    Diese Kritiklosigkeit ist unheimlich gefährlich.

    Richtig, letztlich muss man die Nachrichten selbst beurteilen. Und das wird nicht jeder Leser/Zuschauer/Radiohörer bei allen Themen leisten können oder wollen. Gesamtgesellschaftlich werden das wohl auch einzelne kritische Stimmen nicht rausreissen können.


  3. 3 · reizzwecke am 3. Juli 2008, 12:01 Uhr

    Malte hat einen schönen Beitrag – auch passend zum Thema hier – geschrieben: http://www.netzeitung.de/medien/1074197.html. Habe aber keine Zeit und Lust dort mitzudiskutieren ;o)


  4. 4 · x-cube am 15. August 2008, 18:08 Uhr

    Herr von Klaeden ist ja auch bei der Bilderberg Konferenz dieses Jahr gewesen. Er hat mit Sicherheit “Anweisungen” sich so zu äussern.


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