Monatsarchiv Juni 2008
An der falschen Stelle gespart?
Wäre hier der zweite Platz für einen BIOS-Chip besetzt, würde ich nun vielleicht nicht vor einer nutzlosen grauen Kiste sitzen.
Mist, Computerkomponenten gehen aber auch immer zum unpassendsten Zeitpunkt kaputt. :-(
Links zum Artikel "An der falschen Stelle gespart?":
Wünschelwichte entlarvt
Das ist Showbusiness im Gewand der Lebenshilfe.
Ich mag Hugo Egon Balder und halte ihn trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) seiner bisweilen extrem flachen Sendungen für ein sehr gewitztes Kerlchen.
Und wenn ich mir dieses Interview zu dem Buch Wunsch-Bullshit im Universum, in dem er zusammen mit Jacky Dreksler die neuste Esoterikwelle auseinander nimmt, anschaue, fühle ich mich durchaus in meiner Meinung bestätigt.
Links zum Artikel "Wünschelwichte entlarvt":
„Deutsche“ Atomwaffen gegen den Iran?
Man müsse an der atomaren Abschreckungsstrategie festhalten, sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Eckart von Klaeden (CDU), der "Berliner Zeitung". Die Waffen müssten selbstverständlich nach den höchsten Sicherheitsstandards gelagert werden, aber "wir können nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns".
Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."
Mich würde ja mal interessieren, wie uns die maximal 44 taktischen Atomwaffen, die auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel gelagert werden, vor einer „Geiselnahme” durch den Iran schützen sollen.
Möchte Herr von Klaeden ernsthaft damit drohen, dass im Extremfall Bundeswehrtornados non-stop bis nach Teheran fliegen würden, um dort ihre atomare Fracht abzuwerfen? Oder denkt er daran, dass im Rahmen der nuklearen Teilhabe mit amerikanischen Atomwaffen bestückte deutsche Flugzeuge unterwegs in der Türkei einen Tankstopp einlegen würden?
Ungefährer Einsatzradius eines Tornado-Jagdbombers mit Stationierungsort Büchel. Quelle: Wikipedia
Warum haken Journalisten bei so schwachsinnigen Argumenten eigentlich nicht noch mal nach?
Lesenswert: US-Atomwaffen in Deutschland und Europa
Links zum Artikel "„Deutsche“ Atomwaffen gegen den Iran?":
3:0
Heute das erste Spiel in Bern: Holland - Italien
Die Stadt war fest in holländischer Hand, das Ergebnis konnte also kaum besser sein. Erstaunlicherweise haben viele der Oranje-Fans in der diesmal wirklich vollen Fanzone berndeutsch gesprochen. Echt multilingual diese Holländer.
Links zum Artikel "3:0":
Trittst im Morgenrot daher …
Was macht der Schweizer, nachdem seine Mannschaft das wichtige Auftaktspiel verloren hat?
Er geht betrübt aufs Klo und singt den Schweizerpsalm:

Links zum Artikel "Trittst im Morgenrot daher …":
Glück gehabt
Manchmal bin ich als bekennender Fremdschämer schon froh, dass die Deutschen nicht in Bern spielen. Somit bleiben einem wenigstens die schlimmsten Auswüchse heimatlicher Kultur erspart.
Rund um die „Fanzone Klagenfurt“ sind wir jungen, zum Teil sehr jungen weiblichen Deutschland-Fans begegnet, die T-Shirts mit der Aufschrift trugen: „Ich bin geil, aber nicht verzweifelt.“ Und jungen Männern in kurzen Hosen mit weißen Beinen, die mit strenger, nicht mehr ganz stabiler Stimme „Mäuschen“ riefen – um die Aufmerksamkeit der Bedienung zu gewinnen, auf dass diese ihnen dann einen „Ballermann-Kübel Sangria“, 19 Euro 90 das Stück, serviere. Das alles zu rüden Rhythmen und Wolfgang Petrys „Waaahnsinn – ich geh’ für Dich durch die Hölle.“
Momentan stellt hier noch die einheimische Bevölkerung den Grossteil der betrunkenen Jugendlichen, seit gestern werden allerdings auch vermehrt mehr oder weniger fantasievoll orange gekleidete Menschen in der Innenstadt gesichtet.
Links zum Artikel "Glück gehabt":
Kurze Richtigstellung
Bevor ich mich gleich zum Public Viewing und dem EM-Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien aufmache, noch eine kurze Richtigstellung.
Wenn Spiegel Online schreibt:
Ob beabsichtigt oder nicht, ganz im Stil der idyllischen Ferienkulisse gestaltet sich auch die Berichterstattung, mit der das Alpenvolk auf das große Turnier eingestimmt wird. Wohlfühlen ist angesagt, Kontroverses nicht, beziehungsweise nicht mehr.
scheint der zuständige Redakteur die NZZ, die er später auch zitiert, nicht besonders aufmerksam verfolgt zu haben.
Dort wurde nämlich gestern schon das Vorrunden-Aus der Nati verkündet:
Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft wird – man mag das höchst bedauerlich finden – aller Voraussicht nach am 15. Juni, nach den drei Vorrundenspielen, die Segel streichen. [...]
Schwerer als die motivatorischen und physischen Probleme in Angriff und Abwehr wiegt aber die bis jetzt nicht erkennbare taktische Ausrichtung des Teams. [...]
Das Schweizer Spiel wird in der – vielleicht auch noch regennassen – Sackgasse enden.
Das klingt für mich nicht besonders nach überall fehlender Kontroverse.
Natürlich ist dieser Kommentar momentan eher die Ausnahme, aber vor einem Eröffnungsspiel würden wohl auch nur die Deutschen gross angelegt über die eigene Mannschaft herziehen. ;-)
Ausserdem steht der künftige Fussball-Europameister eh schon fest: Österreich
Den ganzen Film gibt es erfreulicherweise auch online.