Studie zu Handy-Gefahren: Alles Fälschung? - Zapps Blog

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Studie zu Handy-Gefahren: Alles Fälschung?

Die Wissenschaft hat einen neuen Fall, bei dem Messergebnisse gefäscht wurden, um besser zur eigenen Theorie zu passen. Diesmal hat eine Laborantin zugegeben, Daten zu einer Studie, die sich mit den Auswirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf das Erbgut befasst, gefälscht zu haben.

Und schon blühen die Theorien, wer von welcher Industrie bezahlt wurde. War die Beurteilung der beanstandeten Arbeit unfair, weil einer der Gutachter angeblich als Jurist bei einem Unternehmen der Mobilfunkindustrie beschäftigt ist (golem.de), oder besteht bei einem der Coautoren des beanstandeten Papers ein Interesse daran, eine mögliche krebsauslösende Wirkung von Handys aufzubauschen, weil er als Lobbyist für die Tabakindustrie so von der Schädlichkeit des Rauchens ablenken kann (Laborjournal)?

Eigentlich wäre das ganze ja ziemlich einfach: Wenn jemand die Ergebnisse der Paper von Diem et al. und Schwarz et al. reproduzieren kann, spricht einiges für die Richtigkeit der Ergebnisse, wenn nicht, spricht einiges dagegen. Zumindest die Ergebnisse von Diem et al. liessen sich bislang nicht unabhängig reproduzieren, ein weiterer Reproduktionsversuch wird gerade an einer dritten Uni durchgeführt.

Aber selbst bei diesem in der Wissenschaft ganz normalen Prozedere bleibt am Ende wohl die Frage, wem man glauben will, ein Verschwörungstheoretiker kann sich eine der beiden Seiten aussuchen und der anderen schlicht Manipulation vorwerfen. Das rein physikalische Problem, dass kein Wirkmechanismus bekannt ist, nach dem die relativ energiearmen „Handystrahlen” einen DNA-Strangbruch bewirken können, hilft da wohl auch nicht weiter.

Interessant ist auch die Berichterstattung über den Fall: Während golem.de den ersten Artikel zum Fall mit dem schlichten und beleglosen Satz

Laut Experten gibt es jedoch weitere Studien, die gentoxische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks festgestellt haben.

abschliesst, heisst es bei der NZZ

Laut Primo Schär vom Departement Biomedizin der Universität Basel waren die zwei Wiener Studien bisher die einzigen Arbeiten, die von Strangbrüchen im Erbgut durch Handystrahlung berichteten.

Zumindest zwei Medienvertreter scheinen ihren jeweiligen Standpunkt schon gefunden zu haben.

Ich möchte noch mal ausdrücklich die Berichterstattung des Laborjournals empfehlen, das sich schon vor dem Geständnis der Laborantin mit diesem Fall befasst hatte. Hier werden auch die wissenschaftlichen Grundlagen der Studien und die statistischen Gründe für die ursprünglichen Zweifel an ihnen erläutert.

Ergänzungen, Fragen, Kritik oder Lob?

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  •  (notwendig, zur Spamabwehr)
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