Monatsarchiv Mai 2008
Studie zu Handy-Gefahren: Alles Fälschung?
Die Wissenschaft hat einen neuen Fall, bei dem Messergebnisse gefäscht wurden, um besser zur eigenen Theorie zu passen. Diesmal hat eine Laborantin zugegeben, Daten zu einer Studie, die sich mit den Auswirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf das Erbgut befasst, gefälscht zu haben.
Und schon blühen die Theorien, wer von welcher Industrie bezahlt wurde. War die Beurteilung der beanstandeten Arbeit unfair, weil einer der Gutachter angeblich als Jurist bei einem Unternehmen der Mobilfunkindustrie beschäftigt
ist (golem.de), oder besteht bei einem der Coautoren des beanstandeten Papers ein Interesse daran, eine mögliche krebsauslösende Wirkung von Handys aufzubauschen, weil er als Lobbyist für die Tabakindustrie so von der Schädlichkeit des Rauchens ablenken kann (Laborjournal)?
Eigentlich wäre das ganze ja ziemlich einfach: Wenn jemand die Ergebnisse der Paper von Diem et al. und Schwarz et al. reproduzieren kann, spricht einiges für die Richtigkeit der Ergebnisse, wenn nicht, spricht einiges dagegen. Zumindest die Ergebnisse von Diem et al. liessen sich bislang nicht unabhängig reproduzieren, ein weiterer Reproduktionsversuch wird gerade an einer dritten Uni durchgeführt.
Aber selbst bei diesem in der Wissenschaft ganz normalen Prozedere bleibt am Ende wohl die Frage, wem man glauben will, ein Verschwörungstheoretiker kann sich eine der beiden Seiten aussuchen und der anderen schlicht Manipulation vorwerfen. Das rein physikalische Problem, dass kein Wirkmechanismus bekannt ist, nach dem die relativ energiearmen „Handystrahlen” einen DNA-Strangbruch bewirken können, hilft da wohl auch nicht weiter.
Interessant ist auch die Berichterstattung über den Fall: Während golem.de den ersten Artikel zum Fall mit dem schlichten und beleglosen Satz
Laut Experten gibt es jedoch weitere Studien, die gentoxische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks festgestellt haben.
abschliesst, heisst es bei der NZZ
Laut Primo Schär vom Departement Biomedizin der Universität Basel waren die zwei Wiener Studien bisher die einzigen Arbeiten, die von Strangbrüchen im Erbgut durch Handystrahlung berichteten.
Zumindest zwei Medienvertreter scheinen ihren jeweiligen Standpunkt schon gefunden zu haben.
Ich möchte noch mal ausdrücklich die Berichterstattung des Laborjournals empfehlen, das sich schon vor dem Geständnis der Laborantin mit diesem Fall befasst hatte. Hier werden auch die wissenschaftlichen Grundlagen der Studien und die statistischen Gründe für die ursprünglichen Zweifel an ihnen erläutert.
Links zum Artikel "Studie zu Handy-Gefahren: Alles Fälschung?":
Meine weibliche Seite
Heute habe ich 1½ Stunden in einem Geschäft verbracht und Schuhe anprobiert.
Ersatz zu finden ist gar nicht so einfach. ;-)
Links zum Artikel "Meine weibliche Seite":
Wii = E.T.?
Wenn man sich einen Überblick über aktuelle Methoden der Marktforschung verschaffen möchte, lohnt es sich, einen Blick in die Datenschutzerklärung zum Club Nintendo zu werfen.
Da finden sich so Perlen wie:
Wenn Sie eine Wii-Konsole besitzen [...] wird Nintendo Informationen über die Art und Weise, wie Sie Ihre Wii-Konsole und den Wii-Netzwerk-Service nutzen, verwenden. Dies beschränkt sich nicht nur auf Informationen über die Spiele, die Sie herunterladen und/oder spielen oder wie lange Sie sie spielen.
Das nicht nur
im zweiten Satz finde ich sehr interessant. Ob die Wii dann wohl auch mein per Wii Fit ermitteltes Gewicht an die Japaner überträgt? Würde ich deshalb in Zukunft verstärkt Werbung von Burgerbratern oder Fitnessmagazinen bekommen?
Ich habe mal davon abgesehen, diesem Club beizutreten, und frage mich nun, welche Daten die Konsole jetzt schon nach Hause schickt.
Den Kauf des Browsers per Kreditkarte und die damit verbundene Möglichkeit, die dabei verwendete Konsole mit meinen personenbezogenen Daten zu verbinden, bereue ich schon fast.
Oder ist das Paranoia?
Links zum Artikel "Wii = E.T.?":
Hackfressen
Bei der taz halten sie mit ihrer Meinung echt nicht hinter dem Berg.
Links zum Artikel "Hackfressen":
Letzte Rätsel I
Warum wurde bei einem ICE, der heute ausnahmsweise nur bis Offenburg fuhr, trotzdem Basel als Ziel angegeben?
Links zum Artikel "Letzte Rätsel I":
Ein völlig durchdachtes Konzept
In Berlin wurde heute im Beisein des Bundespräsidenten die „Hall of Fame des Deutschen Sports” vorgestellt.
Für den überaus gelungenen Namen gibt es von mir den Verweis auf ein tolles Lied von den Wise Guys und für die Tatsache, dass die Ruhmeshalle, die ein bleibendes Forum für die großen Athletinnen und Athleten
sein soll, nicht mal eigene Räumlichkeiten besitzt, ein breites Grinsen.
Links zum Artikel "Ein völlig durchdachtes Konzept":
Trans Swiss Trail: Bern – Laupen
Nachdem nun endgültig der Frühling ausgebrochen zu seien scheint, war es heute höchste Zeit, die Sommerwandersaison zu eröffnen. Für einen sanften Start habe ich mir eine weitgehend flache Strecke ausgesucht, die Etappe des Trans Swiss Trails von Bern ins historisch eng mit Bern verbundene Laupen.
Von meiner Haustür aus ging es zunächst durch den in frischem grün strahlenden Könizbergwald nach Bindehus, weiter nach Mengestorft und von dort aus in den bezaubernden Scherligrabe. Nun ging es immer dem Wasser nach, von Thörishaus bis kurz vor Laupen verlief der stark genutzte Weg entlang des rechten Saaneufers.
Direkt an der Saane habe ich dann auch Mittagsrast gemacht. Es ist übrigens keine gute Idee, sich stark an seinen Rucksack zu lehnen, wenn man darin einen Becher Joghurt transportiert …
Das letzte Stück nach Laupen hat sich etwas gezogen, der Weg entlang der Bahnlinie hat mit dem abwechslungsreichen Stück von Bern nach Thörishaus nicht wirklich mithalten können. Dafür entschädigte dann aber das Städtchen Laupen mit seiner malerischen Altstadt, über der das Schloss thront.
Für die Strecke habe ich 4.5 Stunden reine Wanderzeit gebraucht und dabei leider die Sonne total unterschätzt. An meinem Sonnenbrand kann man erkennen, in welche Himmelsrichtung der Weg geführt hat. ;-)
- Wegbeschreibung: 2 Trans Swiss Trail, Etappe Laupen–Bern
- Karte zur Wanderung: Google-Maps
PS: Weiss zufällig jemand, warum man Rindern so seltsame Nasenringe verpasst?