Google: Alle Eier in einem Korb
Was passiert, wenn man sein digitales Leben zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht, konnte man heute in weiten Teilen des deutschen Internets beobachten: Google war tot und die Deutsche Telekom weist die hartnäckigen Gerüchte zurück, sie wäre daran schuld gewesen.
Für die Leute, die Mails mit Google Mail schreiben, mit Google Maps navigieren, ihre Seitenstatistiken mit Google Analytics erstellen, die Textverarbeitung eingemottet haben und stattdessen Google Docs verwenden, Newsfeeds mit dem Google Reader verwalten und ohne die im Browser eingebaute Google-Suche aufgeschmissen sind, muss der Nachmittag die Hölle gewesen sein.
Für mich nicht. :-)
Endlich ein weiteres gutes Argument gegen die “ich-hab-doch-nix-zu-verbergen”-Fraktion.
Ja und ausserdem bestärkt es mich in meiner Skepsis gegenüber dem Hype um Webanwendungen und dem Abgesang auf lokal installierte Programme.
..wie gut, dass ich davon nichts mitbekommen habe… *schweißperlen wegwisch* ;-)
OT: Doctor Who hat einen neuen Sendeplatz gefunden, btw…
Mal schauen für wie lange. ;-)
Aber für mich kommt das eh zu spät, ich habe mittlerweile alle Folgen anderweitig gesehen. Pro7 hat seine Chance gehabt und nicht genutzt.
Webanwendungen sehe ich überhaupt nicht skeptisch, solange sie frei sind UND auch lokal laufen können (via xampp etc.)
Ich möchte mich nicht allzu weit herauslehnen, denke aber, dass die Zukunft ein OS sein könnte, was ausschlisslich Funktionen für einen Server und einen Browser und eine Internetverbindung bereitstellt.
Diverse Projekte wie EyeOs zeigen, wie so etwas aussehen könnte.
Für mich wäre entscheidend, dass sie einfach auch lokal laufen können. Wenn sich Otto-Normal-User erst XAMPP installieren und konfigurieren muss, ist das für meinen Geschmack schon viel zu komplex. Aber IIRC habe ich in letzter Zeit einige Ansätze gegeben, Webinhalte einfach lokal ausführbar zu machen, es scheint also prinzipiell in die richtige Richtung zu gehen.
Ich habe bei dem ganzen Webkram ein massives Problem mit dem prinzipbedingten Autonomieverlust.
Bei einem lokal installierten Programm liegen eventuelle Probleme in meinem Verantwortungsbereich und ich kann sie im Regelfall selbst beheben (Neuinstallation, Hardwarereparatur etc.).
Fällt aus welchen Gründen auch immer der Webdienstleister aus, bei dem meine Daten und mein Programm liegen, kann ich gar nichts machen, ausser mich nach Alternativen umzusehen. Und da die Ausfallszenarien vielfältig sind (Böswilligkeit, Pleite, technischer Defekt, staatliche Einschränkung …) mag ich persönlich dieses Risiko bei wichtigen Dingen wie etwa Office-Paket und Mailprogramm nicht eingehen.
So gesehen vertrete ich in diesem Bereich erstaunlicherweise eher die alte Microsoft-Strategie, die auf lokale Programme bei trotzdem übers Netz zugänglichen Daten gesetzt hat. Für die Überall-Verfügbarkeit der Daten würde IMHO eine nahtlos ins Betriebssystem integrierte Web-Festplatte, die prinzipiell auch komplett vom Nutzer auf eigenem Webspace eingerichtet werden könnte, ausreichen.
Reine Webanwendungen spielen ihre Stärken in kooperativen Szenarien aus, wo sie ja auch heute schon sehr verbreitet sind, aber als grundsätzlichen Zukunftsweg mag ich sie nicht ansehen.
Google war weg?
Ich hab nix gemerkt…
:-)