Steuerskandal: Der Blick von aussen - Zapps Blog

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Steuerskandal: Der Blick von aussen

„Deutschland wartet mit einer Mischung von Empörung und Häme auf die kommende Woche, die den grössten Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik einleiten könnte.”

„Politiker der Regierungskoalition nutzten den Fall reflexartig, um die seit Monaten im Gang befindliche Kampagne für mehr «soziale Gerechtigkeit» und gegen «raffgierige» Manager zu befeuern.”

Neue Zürcher Zeitung

Auch wenn man die wirtschaftsliberale Ausrichtung der NZZ berücksichtigt, ist ihre Beobachtung der Lage in Deutschland doch recht interessant: Deutscher Angriff auf Steuerhinterzieher - Mit nachrichtendienstlichen Methoden gegen Fehlbare

Das Satire-Blog Lupe zeigt hingegen einen besonderen Schweizer Aspekt auf: Calmy-Rey dankt Liechtenstein für die Steuer-Skandale


Kommentare:

  1. 1 · Zapp am 18. Februar 2008, 10:07 Uhr

    Den bisher treffendsten Satz zur ganzen Geschichte habe ich allerdings bei der deutschen taz gefunden:

    Mit Diskursen über Moral und individuelles Wohlverhalten kommt man hier nicht mehr weiter.


  2. 2 · Sonitschka am 19. Februar 2008, 16:44 Uhr

    Allerdings kann ich mir Häme da auch nicht verkneifen…


  3. 3 · Zapp am 19. Februar 2008, 17:12 Uhr

    Klar ist auch bei mir erst mal ein Grinsen aufgetaucht, als es mal „den Richtigen” erwischt hat.

    Spätestens als dann die Politiker, die von rechts bis links das deutsche Steuersystem zu verantworten haben, und Herr Ackermann (ausgerechnet der!) anfingen, sich über mangelnde Moral und Ethik zu beklagen, ist das Grinsen allerdings schnell wieder verschwunden.

    Ich wäre schon vorsichtig mit der Moralkeule gewesen, wenn ich einem Dieb, der eventuell schon mal versucht hat, die LGT-Bank zu erpressen, eine nicht unerhebliche Summe für die Daten-CD bezahlt hätte.
    Die Zahlung war aus pragmatischer Sicht sicher gerechtfertigt, aber moralisch begab man sich damit IMHO auf dünnes Eis und ich kann den Liechtensteiner Standpunkt ein Stück weit nachvollziehen:

    Deutschland werde das Problem mit seinen Steuerzahlern nicht mit einem Angriff auf Liechtenstein lösen können, sagte das Liechtensteiner Staatsoberhaupt weiter. «Deutschland sollte seine Steuergelder besser dafür einsetzen, sein Steuersystem in den Griff zu bekommen als Millionenbeiträge für Daten auszugeben, deren rechtliche Verwertbarkeit zweifelhaft ist», so Alois.

    Wobei eine echte Steuerreform eine verstärkte Strafverfolgung sicher nicht ausschliesst und Liechtenstein selbst sicher auch keinen besonders gefestigten moralischen Grund hat.

    Daher auch mein Verweis auf den taz-Kommentar: Mit Diskursen über Moral und individuelles Wohlverhalten kommt man hier wirklich nicht mehr weiter.

    Aber auch ein anderes bekanntes Muster war in diesem Fall wieder in den Medien zu finden: Kaum gibt es einen öffentlichkeitswirksamen Fall, wird reflexhaft nach höheren Strafen gerufen.


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