Blogger für Myanmar
Es tut sich mal wieder etwas in der Blogosphäre, diverse Initiativen zum Thema Myanmar sind angelaufen. Da gibt es zum einen die u. a. von Robert Basic initiierte Aktion Free Burma, die für den kommenden Donnerstag zu einem Blog-Aktionstag aufruft, und andererseits jede Menge Blogs, die Informationen zur Lage im Land zusammentragen. Beispielhaft sei mal wieder auf den Spiegelfechter hingewiesen.
Auch wenn man viele der aktuellen Meldungen hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes sicher mit Vorsicht geniessen muss und eine Blogaktion im fernen Deutschland eine skrupellose Militärjunta, die sich wiederholt um die Meinung der Weltöffentlichkeit einen Dreck geschert hat, wahrscheinlich kaum beeindrucken wird, gibt es so doch immerhin eine Möglichkeit, seine eigene Solidarität und Fassungslosigkeit auszudrücken.
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Free Burma?…
Ich muss zugeben, dass auch ich zunächst Bauchschmerzen dabei hatte, an dieser Aktion teilzunehmen (und das nicht nur, weil ich Myanmar für den besseren Namen halte), habe mich aber letztlich entschlossen, doch mitzumachen.
Von Kritikern wir…
Wer sich für Freiheit in Burma einsetzt, sollte auch über das demokratische Niveau in Deutschland nachdenken. Es werden bei uns nationale Aktivisten wegen Volksverhetzung ( §130 STGB) zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der § 130 STGB ist der Kern der Demokratiegefährdung in Deutschland, da er die für eine Demokratie hoher Qualität nötige Meinungsfreudigkeit hierzulande behindert. Wer Angst hat, bei einem falschen Wort ins Gefängnis zu kommen, verzichtet gleich ganz aufs Reden. Ich würde mich freuen, wenn Blogger sich nicht nur für Freiheitsrechte im fernen Ausland einsetzen, sondern auch bei uns für eine möglichst umfassende Meinungsfreiheit eintreten.
Link zu tkurbjuhn.blogspot.com aus Kommentarheader entfernt, dem mag ich keinen Pagerank vererben. Ausserdem distanziere ich mich ausdrücklich vom Inhalt dieser Seite. Zapp
Ziehst du jetzt eigentlich durch die Blogosphäre um überall diesen Kommentar zu hinterlassen, ohne dir vorher die betreffenden Blogs angeschaut zu haben? Den Text habe ich heute auf jeden Fall schon mal irgendwo gelesen.
Das Thema Grundrechte ist in diesem Blog sicher nicht unterrepräsentiert und den Versuch aus der rechten Ecke, aus der Burma-Aktion Kapital zu schlagen, finde ich ziemlich armselig.
Die Burma-Aktion selbst ist verlogen, denn bis vor wenigen Tagen hat sich niemand für das Land interessiert. Wenn Farbige in Afrika in ungleich größeren Massen zusammengeschossen werden, interessiert das hier keine Sau.Anders ist das bei exotisch gewandeten Mönchen, die dazu noch die neue Schicki-Micki-Religion der Intellektuellen, den Buddhismus vertreten. Ich habe den Eindruck, die Blogger mißbrauchen die freiheitskämpfenden Burmesen, um ihre eigene Bedeutung demonstrieren zu können. Und in eine solche Aktion klinke ich mich gern für eigene Interessen ein.
Was ich nicht verstehe ist, warum bei solchen Kritiken (Kritik an der Aktion steht dir natürlich frei) immer eine so absolute Sichtweise zu Tage tritt. Weil ich für die Demonstranten in Myanmar bin, kann ich nicht gleichzeitig auch für die Grundrechte in Deutschland und gegen die Massaker z. B. in Dafur sein? Deine pauschalisierenden Vorwürfe treffen hier einfach nicht.
Dass solche Blogaktionen immer auch eine Funktion für einen selbst hat, wird ja bereits in meinem Artikel angesprochen. Wenn dir das nicht gefällt, ist das dein Problem.
Und du wirst verstehen, dass so ein Off-Topic-Einklinken durch Massenkommentare nicht unbedingt auf Begeisterung stösst und ggf. unterbunden werden wird.